Ausstellung
Von Geparden und Ruhrpott-Fabriken: Diese Aargauer haben es an die Photo Schweiz geschafft

An der diesjährigen Photo Schweiz werden aktuelle Werke von 200 Fotografinnen und Fotografen aus dem ganzen Land gezeigt. Einer davon kommt aus Schlossrued, einer aus Dintikon.

Florian Wicki
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Markus Saxers Eingabe für die Photo Schweiz 2021: Ein Gepard reisst eine Antilope.

Markus Saxers Eingabe für die Photo Schweiz 2021: Ein Gepard reisst eine Antilope.

zVg

Bereits diesen Freitag beginnt mit der Photo Schweiz die grösste Werkschau für Fotografie des Landes. Von den 200 Fotografinnen und Fotografen, die von einer Fachjury dazu auserkoren wurden, ihre Bilder an der Ausstellung präsentieren zu dürfen, kommen elf aus dem Kanton Aargau.

So zum Beispiel der Schlossrueder Jens Herre, der sich auf nächtliche Langzeitbelichtungen von Industriewerken im deutschen Ruhrpott spezialisiert hat. Einerseits, weil er ursprünglich von dort kommt und nun seit zehn Jahren in der Schweiz wohnt, und andererseits, weil ihn die imposanten Bauten schwer beeindrucken. Für Herre ist die Photo Schweiz sozusagen eine Abschlussfeier: Er hat im letzten Jahr einen CAS in Fotografie an der Migros Klubschule absolviert, wenn auch primär, um in der Schweiz neue soziale Kontakte zu pflegen. Wegen Corona fand die Ausstellung seiner Abschlussarbeit – mit ähnlichen Bildern – nicht statt, dafür nun die Photo Schweiz.

Jens Herres Eingabe für die Photo Schweiz 2021: ein Industriewerk von Thyssenkrupp Steel im Ruhrgebiet.

Jens Herres Eingabe für die Photo Schweiz 2021: ein Industriewerk von Thyssenkrupp Steel im Ruhrgebiet.

zVg

Für ihn sei das eine enorme Würdigung seiner Arbeit, so Herre, schliesslich sei das Niveau der Ausstellung immer sehr hoch:

«Alle gezeigten Werke haben aufgrund des Qualitätschecks durch eine Jury eine hohe Wertigkeit.»

Inzwischen arbeitet er bereits an der Eingabe für die Photo Schweiz von kommendem Jahr. Die Motive dafür sucht Herre – ohne hier zu viel zu verraten – dieses Mal in der Schweiz.

Foto von Markus Saxer mit einem Gepard.

Foto von Markus Saxer mit einem Gepard.

zVg

Auch der Dintiker Markus Saxer freut sich über die Ausstellung, ihn findet man allerdings nicht zum ersten Mal an der Photo Schweiz. Bereits 2012 und 2013 hat er es an die Werkschau geschafft, damals mit Pferdebildern, welche auch heute noch seine liebsten Motive sind. Die seien ihm schon immer nahe gestanden, er und seine Frau hätten bis vor kurzem auch noch selber zwei gehabt, eines sei nun aber kürzlich verstorben.

Doch wie kam er auf die Geparde? Die Eingebung verdanke er seiner Frau, erklärt Saxer:

«Ich reise eigentlich nicht gerne in der Welt herum, meine Frau aber schon. Also habe ich zugesagt und dafür die Kamera mitgenommen, sodass ich auch etwas von der Reise hatte.»

So gingen sie in Kenia in einem Ausläufer der Serengeti-Savanne auf Safari, wo ihm beim dritten Anlauf schliesslich die Szene begegnete, die er für die Ausstellung ablichtete: Ein Gepard schleicht sich an eine Herde Antilopen an und jagt sie, bis er schliesslich ein Tier erwischt und totbeisst. Es sei nicht ganz einfach gewesen, die Szene so in den Kasten zu bekommen, da der Gepard sich zu Beginn der Jagd extrem gut getarnt und dann von einem Moment zum andern plötzlich losgesprungen sei. Das hat Saxer enorme Konzentration und Geduld und gleichzeitig Durchhaltevermögen gekostet, da die ganze Luft voll mit Fliegen gewesen sei, die sich auf ihn gestürzt haben, ohne dass er sich allzu stark wehren konnte mit der Kamera und dem Objektiv.

Das Motiv sei schon was ganz anderes, so Saxer: Solche brutale Szenen seien ihm mit den Pferden nicht begegnet. Doch sei das halt der Lauf der Natur und gehöre folglich auch dazu.