Ausstellung
Mehr Gäste als am Weihnachtsmarkt: «Blumengeflüster» auf Schloss Wildegg war ein voller Erfolg

Die Blumenausstellung auf dem Schloss Wildegg lockte während zehn Tagen über 7'000 Besucherinnen und Besucher an. Auch Meisterflorist Urs Iten zieht eine positive Bilanz.

Natasha Hähni und Larissa Gassmann
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Meisterfloristin Evelyn Krebs gestaltete die Salis-Stube. Hier starb einst ein Junge, gleichzeitig wurde vor Ort eine französische Aristokratin nach ihrem Tod aufgebahrt.
26 Bilder
Die Reisen der Adeligen stehen hier im Fokus: Urs Iten durfte sich im Gästezimmer kreativ ausleben.
In der Blüte seines Lebens verstorben: Im Eckzimmer verlor Sophie Effinger-Erlach ihren Sohn. Claudia Morgenthaler wollte dieses Leid aufzeigen.
Überfluss und Mangel: Andreas Geissmann zeigt im Keller ein Füllhorn vor leeren Kisten. Dabei liess er sich von den wegen Corona leergefegten Supermärkten inspirieren.
Freut sich über die vielen Besucher: Angela Wettstein, Mitgründerin des Vereins «Flowers to Arts», steht im Salon. Präsentiert wird dort die barocke Üppigkeit durch Myrta Frohofer und Philipp von Arx.
Besucherin Helene Gollob (68) bewundert die Blumenvorhänge im Turmzimmer. Gianna Stefanini will an diesem Sehnsuchtsort zum Träumen einladen.
Jagd, Wild und Spiel stehen im Vordergrund: Peter Schwitter nutzte im roten Estrich unter anderem Dammhirschgeweihe.
Sie hofften wohl vergeblich auf eine blumige Zukunft: Katrin Riedwyl rückte im Dienstmädchenzimmer die Bewohner in den Vordergrund, welche ansonsten ein Schattendasein lebten.
Laut Maria Bossi (70) war der Wow-Effekt beim Betreten des Raumes sei ein grosser.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
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Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.
Weitere Impressionen Blumengeflüster auf Schloss Wildegg.

Meisterfloristin Evelyn Krebs gestaltete die Salis-Stube. Hier starb einst ein Junge, gleichzeitig wurde vor Ort eine französische Aristokratin nach ihrem Tod aufgebahrt.

Fabio Baranzini

Am Sonntagabend ist eine der erfolgreichsten Veranstaltungen im Schloss Wildegg zu Ende gegangen: Die einmalig durchgeführte Ausstellung «Blumengeflüster» lockte mehr als 7000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz ins Schloss – mehr als der traditionelle Weihnachtsmarkt. Nur der Setzlingsmarkt im Mai toppt mit etwa 11000 Besuchenden das Pop-up-Projekt, das als Zusammenarbeit zwischen dem Verein Flowers to Art und Museum Aargau entstanden ist.

Trotzdem: Die zweitbest­besuchte Veranstaltung des Schlosses – dieser Titel freut nicht nur die Veranstalter, sondern auch die neun beteiligten Meisterfloristinnen und -floristen. Einer unter ihnen ist Toscanini-Mitinhaber Urs Iten aus Wettingen. «Es war eine wunderbare Sache und erfreulich, all die Besucherinnen und Besucher zu sehen», sagt Iten. Er selber war gleich an mehreren Tagen vor Ort, um Führungen abzuhalten oder um bereits verwelkte Blumen gegen frische zu tauschen.

Alle 38 Führungen waren ausgebucht

Auch Marco Castellaneta, Direktor von Museum Aargau, findet nur lobende Worte für die Veranstaltung. «Die Besuchenden waren von den floralen Inszenierungen überrascht und berührt», wird Castellaneta in einer Medienmitteilung zitiert. Ähnlich klingt es von Seiten Angela Wettstein, Präsidentin des Vereins Flowers to Art. «Der Dialog zwischen Geschichte und Blumen hat die Herzen der Besucherinnen und Besucher berührt. Viele entdeckten Schloss Wildegg völlig neu», so Wettstein.

Diese neuartige Erkundungstour traten viele Menschen dabei nicht alleine an. Die angebotenen Schlossführungen waren während der Ausstellung so beliebt, dass alle 38 Termine ausgebucht waren. «Pumpenvoll», das waren die einzelnen Räume laut Meisterflorist Iten jedoch nie. Und das, obwohl viermal mehr Menschen auf dem Schloss waren, als in einer regulären Woche, wie das Museum Aargau verkündet.

«Wir können mehr als Blumensträusse binden»

Anders als im Aargauer Kunsthaus, in dem sonst die traditionelle Ausstellung «Blumen für die Kunst» stattfindet, hätten sich die Menschen besser auf dem grossen Schlossgelände verteilt, sagt Iten. So pilgern jedes Jahr etwa 18000 Besucherinnen und Besucher nach Aarau, um den in diesem Jahr ausgefallenen Anlass ja nicht zu verpassen.

Meisterflorist Urs Iten vor seinem Kunstwerk auf Schloss Wildegg.

Meisterflorist Urs Iten vor seinem Kunstwerk auf Schloss Wildegg.

Fabio Baranzini

Gefallen haben Iten im Schloss Wildegg vor allem die vielen knipsenden Besucherinnen und Besucher: «Vor Ort wurde immer wieder fotografiert. Dies empfand ich als sehr schön, weil unsere Werke dadurch in die Welt hinausgetragen werden.» Gleichzeitig hätten sich die Besucherinnen und Besucher äusserst wissbegierig gezeigt. Nicht wenige unter den Teilnehmern konnten es etwa kaum fassen, dass die Kreationen aus echten und nicht künstlichen Blumen bestanden.

Für Floristinnen und Floristen sei die Veranstaltung somit eine optimale Plattform gewesen, durften sie sich dank der Ausstellung doch von einer ganz neuen Seite präsentieren. «Wir konnten dabei zeigen, dass wir mehr als nur Blumensträusse binden können und ganze Installationen möglich sind», so der Meisterflorist aus Wettingen.

Vom Blumenschloss zum Märchenschloss

Mit «Klapperlapapp» kommen im Schloss Wildegg diesmal die kleineren Gäste auf ihre Kosten. Märchen, Abenteuer und Heldentaten – die erste Septemberwoche steht ganz im Namen von mittelalterlichen Zauberwelten. Am «grössten Schweizer Familienfestival» sorgen über 50 Aufführungen, Musikshows, Schlossführungen und Animationen für Unterhaltung. Mit dabei sind Schweizer Märchen-Stars wie Peach Weber, Jürg Steigmeier und Martin Niedermann. Sie werden Märlishows in verschiedenen Schweizer Dialekten inszenieren und verwandeln so das Schloss Wildegg laut Veranstalter «in ein verzaubertes Märchenschloss». 

«Klapperlapapp» im Schloss Wildegg, 1., 4. und 5. September
Weitere Infos gibt es unter www.klapperlapapp.ch.

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