Ausstellung
«Blumen für die Kunst» für einmal anders: Im Schloss Wildegg sind die Floristen zehn Tage lang die Könige

Neun Meisterfloristen aus den verschiedensten Regionen der Schweiz präsentieren vom 6. bis 15. August ihre Kunstwerke im Schloss Wildegg. Im Vordergrund steht dabei die Geschichtsvermittlung – diese darf gerne auch mal provokativ sein.

Larissa Gassmann
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Alte Prunkstücke, frische Blumen und blaue Wände: Die Meisterfloristen Philipp von Arx und Myrta Frohofer bereiten sich auf das «Blumengeflüster» auf Schloss Wildegg vor.

Alte Prunkstücke, frische Blumen und blaue Wände: Die Meisterfloristen Philipp von Arx und Myrta Frohofer bereiten sich auf das «Blumengeflüster» auf Schloss Wildegg vor.

Larissa Gassmann

Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues: Diese Dinge sollen Bräuten traditionellerweise zu einem glücklichen neuen Leben verhelfen. Dass dieses Ritual auch anderweitig zum Zug kommen kann, zeigt sich auf Schloss Wildegg. So trifft die vergängliche Schönheit frischer Blumen dort auf jahrhundertealtes, blau verkleidetes Gemäuer. Möglich macht dies das Pop-up-Projekt «Blumengeflüster», das dank «Flowers to Arts» und Museum Aargau entstanden ist.

Mit an Bord ist Meisterflorist Philipp von Arx, Geschäftsführer des gleichnamigen Familienunternehmens mit Standorten in Aarau, Lenzburg, Olten und Obergösgen SO. Für Fans von «Blumen für die Kunst» dürfte er kein Unbekannter sein, ist er dort doch omnipräsent. Trotzdem sei das Ganze ein eigenständiges Projekt und kaum mit der jährlich stattfindenden Ausstellung im Aargauer Kunsthaus zu vergleichen, sagt von Arx. Interpretiert werden keine Bilder, sondern gleich ganze Räume. «Anders als im Kunsthaus gibt es hier keine Neutralität und keine nackten, weissen Wände», sagt von Arx. So verfüge jeder Ort im Schloss über eine eigene Stilrichtung und Geschichte, auf die es einzugehen gilt.

Bald erwartet die Besucherinnen und Besucher hier eine wahre Blumenpracht: Das Schloss Wildegg wird im August in neuem Glanz erstrahlen.

Bald erwartet die Besucherinnen und Besucher hier eine wahre Blumenpracht: Das Schloss Wildegg wird im August in neuem Glanz erstrahlen.

zVg/Museum Aargau (Adrian Ehrbar)

Inspirieren liessen sich die neun Meisterfloristen aus der ganzen Schweiz so von den Schlossbewohnern und ihrer damaligen Lebenssituation. Im Vordergrund steht dabei nicht die Kunst-, sondern die Geschichtsvermittlung, wie Teampartnerin Myrta Frohofer anmerkt. So führen denn auch Historiker mehrmals täglich durch die vom 6. bis 15. August dauernde Ausstellung. Geplant ist zusätzlich ein «Blumentalk», an dem Besucher mehr über die jeweiligen floralen Interpretationen erfahren. Selbstständige Besuche (Eintritt: 17 Franken) sind ohne Voranmeldung möglich, für Führungen und den Talk braucht es derweil Onlinetickets.

«Wir haben uns auf das Thema Farbe sowie die barocke Üppigkeit fokussiert»

Ermöglicht werden soll durch das Ganze ein neuer Zugang zu den Geheimnissen des Schlosses. «Dabei können die aufgegriffenen Themen zum Teil provokativ sein», so Frohofer. Dies gilt auch für den Raum, den beide gestaltet haben. «Wir haben uns auf das Thema Farbe sowie die barocke Üppigkeit fokussiert und wollten dies auf das Jahr 2021 übertragen», sagt von Arx. Zum Einsatz kommen etwa Tulpen, die bei uns derzeit nicht Saison haben. Dadurch wolle man zum Nachdenken anregen. Denn: «Noch in der Barockzeit galt dies als purer Luxus. So war es dem Adel vorbehalten, Blumen aus fernen Ländern zu haben», so Frohofer.

Noch sind nicht alle Blumen an ihrem richtigen Platz: Trotzdem weht ihr Duft bereits jetzt schon durch die Gänge des Schlosses.

Noch sind nicht alle Blumen an ihrem richtigen Platz: Trotzdem weht ihr Duft bereits jetzt schon durch die Gänge des Schlosses.

Larissa Gassmann

Hinweis

«Blumengeflüster» ist vom 6. bis 15. August während den Öffnungszeiten des Schlosses zugänglich. Zusätzlich geöffnet wird das Schloss am Montag, 9. August von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 17 Franken. Selbstständige Besuche ohne Führung sind ohne Voranmeldung möglich, Karten können an der Tageskasse gelöst werden. Mehr Informationen gibt es via «Flowers to Arts» sowie hier auf der Seite von Museum Aargau. 

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