Seon

Ausserordentliche Gmeind: Ja zur Nutzungsplanung und zur Kindergarten-Projektierung

Der neue Kindergarten soll im «Schönbühl» zu stehen kommen. An diesem Standort steht bereits ein Kindergarten, der schon länger in einem schlechten Zustand ist.

Der neue Kindergarten soll im «Schönbühl» zu stehen kommen. An diesem Standort steht bereits ein Kindergarten, der schon länger in einem schlechten Zustand ist.

Eine ausserordentliche Gmeind für zwei ausserordentlich dringende Geschäfte: Am Freitagabend wurden die Seener extra einberufen, um über die Gesamtrevision der Nutzungsplanung und den Projektierungskredit für einen neuen Doppelkindergarten im Schönbühl zu bestimmen.

Laut Gemeindeammann Hans Peter Dössegger gab es zwei Gründe für die ausserordentliche Gmeind: «Erstens ist es wichtig, dass die neue Nutzungsplanung so bald wie möglich rechtskräftig wird.» Damit habe man nicht bis zur Sommergmeind warten wollen. Zum anderen seien es zwei komplexe Geschäfte. «Wir wollten das Fuder nicht überladen – diese Traktanden allein sind schon genug Stoff für eine Gmeind.»

Die Einschätzung des Ammans war absolut richtig. Über zwei Stunden lang diskutierten die 137 anwesenden von 3213 Stimmbürgern. Zuerst über den Projektierungskredit von 370 000 Franken für den Neubau eines Doppelkindergartens im «Schönbühl». Ab 2021 habe Seon Bedarf für sechs Kindergarten-Abteilungen, sagte Gemeinderat Edwin Rohr.

Die Zeit drängt: Mit dem ambitionierten Zeitplan könnte der neue Kindergarten Mitte 2021 bezogen werden. Rohr betonte: «Wir wollen nur das absolut Notwendige: einen guten und vor allem kostengünstigen Bau.» Obwohl es erst um die Projektierung ging, wurde schon über die Kosten diskutiert. Einen Antrag, den Projektierungskredit auf 200 000 Franken zu kürzen, lehnte die Gmeind jedoch ab. Der Kredit über 370 000 Franken wurde klar angenommen.

«Planung im dümmsten Moment»

Die Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland ist eine langwierige Geschichte: Über sechs Jahre sind seit den ersten Schritten vergangen, viele Gesetzesänderungen haben die Revision verzögert. «Wir sind im dümmsten Moment in die Planungsphase gestartet», sagte Dössegger.

Nun ist die Vorlage da. Eine der vorgesehenen Umzonungen gab zu reden: Ein Votant forderte, das Gebiet zwischen Postweg und Aabach nicht der Kernzone zuzuschlagen. Dies war vorgesehen, weil in der Kernzone dichter gebaut werden kann. Der Antrag wurde von den Anwesenden jedoch verworfen.

Gleich drei Stimmbürger protestierten gegen die Erhöhung der Mehrwertabgabe von 20 auf 30 Prozent. Diese Abgabe müssen Besitzer von Grundstücken leisten, die in eine Bauzone eingezont werden – als Kompensation für den Wertgewinn. Ein Stimmbürger, dessen Grundstück mit bestehendem Haus von der Grün- in die Bauzone umgezont wird, erklärte: «Mit der hohen Mehrwertabgabe muss ich im Extremfall 66 000 Franken zahlen, wenn ich nur ein Fenster vergrössern will.»

Mit ihren Voten überzeugten die Redner – die Gmeind stimmte dem Antrag, die Mehrwertabgabe auf 20 Prozent festzusetzen, deutlich zu. Ebenso dem Antrag, die Paragrafen zu Vogelschutz und Lichtemissionen ersatzlos zu streichen. Die so veränderte Gesamtrevision wurde in der Schlussabstimmung klar angenommen. Gemeindeammann Hans Peter Dössegger zeigte sich erleichtert über den Ausgang: «Ich bin sehr glücklich, dass offen und klar diskutiert wurde. Das ist viel besser, als am Schloss noch Überraschungen zu erleben.»

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