Hallwil

Aus jungen Männern werden Bärzeli

Stachlige Umarmungen am Bärzelistag

Stachlige Umarmungen am Bärzelistag

Am 2. Januar treiben die Bärzelibuben ihr Unwesen und wünschen den Bewohnern ein frohes neues Jahr. Der Bärzeli ist mit viel Aufwand verbunden und wird deshalb nur jedes zweite Jahr durchgeführt, so Initiant Felix Schneider (25): «Es braucht Tage, bis die Kostüme fertig sind.» Auch müssen viele davon jedes Mal neu gemacht werden. So etwa die Figuren aus frischen Tann- oder Stechpalmenästen.

In jedem der aufwändigen Kostüme stecken 30 bis 100 Stunden Arbeit. Bereits um die Mittagszeit herrschte rund um das Hallwiler Schulhaus ein reges Bärzelitreiben. Seit einigen Jahren ziehen vor den grossen Figuren die Kinder durch das Dorf.

Tannreesig, Hobuspöönig und Straumaa im Kleinformat umarmten die Zuschauer und schlugen mit den Soiblootere tüchtig zu, Spielchärtler und Kameltreiber rasselten auffordernd mit der Sammelbüchse.

Derweil verwandelten sich 15 junge Männer in die traditionellen Bärzelifiguren. In einem kleinen Raum unter der Turnhalle hingen die aufwändig hergestellten Kostüme von der Decke. Jedes Jahr stellen die Bärzelibuebe die Kleider von Tannreesig, Straumaa, Hobuspöönig und Stächpaumig selbst her, wobei sie zwischen 30 und 100 Stunden Arbeit in jedes Kostüm stecken.

Kurz vor dem Auftritt wurden die Kostüme vorsichtig über ihre Träger gestülpt. Die Bärzeli halfen sich gegenseitig so gut es ging, zogen dem einen den Ärmel nach vorne, banden dem andern die Schuhe. Die übrigen Gestalten, Jumpfere, Lörtsch oder Herr, gesellten sich langsam zu den grünen und dürren Figuren. Zuletzt setzten alle ihre Masken auf und pünktlich um 14 Uhr verliessen die Bärzlifiguren den Raum. Mit lautem Rätschen kündigten sie ihr Kommen an. Die Zuschauer liessen sich mit wohligem Schauern von den Gestalten jagen und mussten schliesslich doch eine stachelige Umarmung und ein paar Schläge mit der Soiblootere über sich ergehen lassen.

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