Aus dem «Frohsinn» wird kein Restaurant mehr

Die Hunzenschwiler Ortsbürger entscheiden am 20. Dezember an der Urne über den Kauf der Liegenschaft.

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Der «Frohsinn» soll künftig unter anderem für Tagesstrukturen genutzt werden.

Der «Frohsinn» soll künftig unter anderem für Tagesstrukturen genutzt werden.

Bild: Urs Helbling

In Hunzenschwil findet am 20. Dezember anstelle einer Gemeindeversammlung eine Urnenabstimmung statt. Die Themen sind gewichtig. Es geht unter anderem um eine Steuerfusssenkung um drei Prozentpunkte auf 99 Prozent und den Umbau der alten Post zu einem Kindergarten (AZ vom 24.11.). Die Ortsbürger entscheiden derweil über den Kauf des Restaurants Frohsinn.

Dieses ist seit rund zwei Jahren geschlossen und steht schon seit längerem zum Verkauf. Der «Frohsinn» liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Mit dieser Einteilung habe man bereits vor Jahren die Absicht bekundet, die Parzelle verwenden zu können, heisst es in den Unterlagen. So liegt der «Frohsinn» direkt bei der Schulanlage und dem Gemeindehaus. «Der Gemeinderat möchte die Liegenschaft Schulgasse 4 als Kapitalanlage für die Ortsbürgergemeinde erwerben», heisst es in den Unterlagen. Als Restaurant soll das Gebäude jedoch nicht genutzt werden. Der Gemeinderat plant, mindestens einen Teil der Liegenschaft an die Einwohnergemeinde zu vermieten: «zum Beispiel für Tagesstrukturen oder die Unterbringung von Asylsuchenden.»

Kauf der Liegenschaft würde sich lohnen

Mit dem bisherigen Eigentümer konnte sich der Gemeinderat auf einen Preis von 1,2 Millionen Franken für das Restaurant einigen. Dies unter Vorbehalt der Genehmigung des Geschäftes bei der Urnenabstimmung am 20. Dezember. Der Kauf der Liegenschaft würde sich für die Ortsbürger aus Sicht der Rendite lohnen. Per Ende 2019 betrug das Kontokorrentguthaben der Ortsbürger gegenüber der Einwohnergemeinde 1,3 Millionen Franken. Dieses wird zurzeit mit einem Zinssatz von 0,01 Prozent verzinst. Somit erhält die Ortsbürgergemeinde einen Vermögensertrag von rund 130 Franken pro Jahr. «Mit dem Kauf der Liegenschaft Frohsinn und der Vermietung an die Einwohnergemeinde kann eine wesentlich höhere Rendite erzielt werden», heisst es in den Unterlagen.

«Bietet eine einmalige Chance»

Auch die Ortsbürger-Finanzkommission unterstützt das Traktandum einstimmig. «Wir glauben, dass sich mit der Erwerbsmöglichkeit des Restaurants Frohsinn durch die Ortsbürgergemeinde sowohl für Einwohner- als auch für die Ortsbürgergemeinde eine einmalige Chance bietet», schreibt sie. Neben dem Kauf der Liegenschaft Frohsinn für 1,2 Millionen Franken haben die Ortsbürger an der Urne auch über die Verwaltungsrechnung 2019, die Revision des Forstvertrages und das Budget 2021 zu entscheiden.

Anja Suter