Niederlenz

Auftakt zur Abschluss-Tournee vom Orchester musiXmaX

© Jürg Nyffenegger

Mit drei Abschlusskonzerten beendet das sechzigköpfige Harmonieblasorchester musiXmaX die diesjährige Saison. Das erste der drei Konzerte fand im Gemeindesaal Niederlenz statt.

«musiXmaX würde mir sehr fehlen.» Das sagt Sigrid Kilchsperger aus Suhr vor dem Konzert des Blasorchesters im Gemeindesaal Niederlenz. Die Lehrerin und Fagottistin ist bereits zum vierten Mal mit dabei und bereut es keine Minute. «Wie jedes Kind habe ich zuerst Blockflöte gespielt», sagt sie. Dann habe sie auf Querflöte gewechselt, bis sie sich vor einigen Jahren in die tiefe Stimme des Fagotts verliebt habe.

Sitzt man Sigrid Kilchsperger gegenüber, spürt man ihre Begeisterung für die Musik. Sie sei sich bewusst gewesen, welches Niveau bei musiXmaX erforderlich sei; aber das Üben, die intensiven, fast dreistündigen Proben und die drei Ganztagesproben seien fantastisch, denn da habe sie ein Ziel – und Ziele seien da um erreicht zu werden.

Das Orchester MusiXmaX vereinigt gute bis sehr gute Bläserinnen, Bläser und Schlagzeuger aus dem ganzen Aargau sowie den angrenzenden Kantonen. Dabei studiert das sechzigköpfige Orchester äusserst anspruchsvolle Literatur ein. Das passt der Fagottistin Sigrid Kilchsperger, denn das sei eine Herausforderung. «Alle wollen das Beste geben. Dabei ist auch wichtig, dass wir einen sehr guten, strengen, aber auch humorvollen Dirigenten haben. Mit
Roland Fröscher zu musizieren ist grossartig.»

Viel Freude, wohltuende Soli

Dann erklingen die ersten Takte des Konzerts im Gemeindesaal. Nach einer rassigen, festlichen und klangvollen Ouvertüre von Philip Sparke kommt die erste echte Feuerprobe: George Bizets «Carmen-Suite». Tohuru Takahashi hat sie bearbeitet, und diese Adaption hebt sich wohltuend von vielen anderen ab, aber sie erfordert von den Interpreten äusserste Konzentration. Man kann diese, die Motivation, die Freude und die erstaunlich gute Intonation buchstäblich mit Händen greifen. «Alle Achtung», sagt ein Mitglied des Zürcher Tonhalleorchesters, als es hört, was da auf dem Programm steht!

Nach der Pause geht es weiter, mit einer wunderbar farbigen Suite über Hans Christian Andresen, geschrieben vom Dänen Søren Hyldegaard. Etliche Musiker glänzen, wie schon bei Bizet, mit stupend sicheren Soli. Zum Schluss dann der Holländer Johan de Meij, der in einem anspruchsvollen Blasmusikkonzert kaum fehlen darf. Ein Kinderbuch hat ihn zur Suite «The Wind in the Willows» inspiriert. Glanzvoll geht das lange Konzert zu Ende, nicht ganz, denn zwei tänzerische Zugaben beschliessen einen nachhaltig wirkenden Abend. Roland Fröscher ist zufrieden, er lächelt seinen Musikern und dem Publikum zu, befreit, aber glücklich.

Das Konzert wird wiederholt am 25. Oktober in Möhlin (20.15 Uhr) sowie am 26. Oktober in Beinwil am See (18.30 Uhr).

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1