Mit der Transformation des früheren Marti-Areals ist das Ende der Beiz zwar besiegelt. Noch ist das weitherum bekannte Restaurant Pflug offen, es wird währschafte Kost aufgetischt. Und das dürfte auch eine ganze Weile noch so bleiben. 

Der Grund: Der seit sechs Jahren gültige Gestaltungsplan für das Areal «In den Matten« wird einer Teilrevision unterzogen. Von der Änderung betroffen ist die erste Bautiefe entlang der Hauptstrasse. Dort befinden sich heute das erwähnte Restaurant Pflug, die ehemalige Käserei und der einstige Dorfladen. Diese drei Liegenschaften sollen abgerissen werden, an deren Stelle sind zwei Wohn- und Geschäftshäuser vorgesehen. In eines davon soll die Gemeindeverwaltung dereinst einziehen. 

Für die beiden geplanten Neubauten an der Hauptstrasse hat sich die Ausgangslage grundlegend geändert. Dort ist nun eine höhere Ausnutzungsziffer möglich geworden. Zu verdanken ist dies einem Landkauf der Gemeinde. Sie hat ein an das Areal angrenzendes acht Aren grosses Landstück vis-à-vis des denkmalgeschützten Hauses «Rössli» erworben. Zum Landkauf sagt Gemeindeammann Hans Rätzer: «Es handelt sich um eine Schlauchparzelle, die kaum vernünftig hätte bebaut werden können. Es macht jedoch Sinn, wenn wir die Fläche in den Gestaltungsperimeter des neuen Quartiers übernehmen.» Der Gemeinderat sei mit seinen Überlegungen an die Eigentümerschaft, den französischen Baukonzern Eiffage AG, herangetreten. Und ist dort auf offene Ohren gestossen. 

Anlehnung an «Rössli» 

Zu den Zielen, welche Othmarsingen mit der Teilrevision verfolgt, gehört eine städtebaulich optimalere Lösung als ursprünglich möglich gewesen ist. «Die zwei neuen Gebäude sollen im Ortsbild in diagonaler Hinsicht an die bestehenden Bauten auf der gegenüberliegenden Strassenseite angepasst werden», erklärt Ammann Rätzer. Mit andern Worten: Übers Kreuz betrachtet, sollen die zwei neuen Häuser die Anmutung des denkmalgeschützten «Rössli« und der Liegenschaft, in der der Volg untergebracht ist, erhalten. Die Baute, in welcher die neue Gemeindeverwaltung vorgesehen ist, wird also dem herrschaftlichen «Rössli» ähneln. Das freut den Gemeindeammann. «Optisch bekommt die Gemeindeverwaltung nun mehr Gewicht», sagt Rätzer. Zudem soll diese Baute um ein auf vier Geschosse erhöht werden. 

Die neuen Gebäude entlang der Strasse werden mit Satteldächern ausgestattet. Dies im Gegensatz zu den Flachdächern der geplanten neun Mehrfamilienhäuser (separater Text). Der Ammann zeigt sich zufrieden mit dieser Lösung. Sie sei in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und dem Ortsbildschutz entstanden. 

Ebenso sind Vorstellungen da, wie der verkehrsfreie Platz vor den Häusern entlang der Strasse verschönert werden soll: Mit einer Brunnenanlage und Hochstammbäumen wird im Zentrum Othmarsingens eine Art Dorfplatz-Ambiente geschaffen. 

Interesse von Grossverteiler 

Der zusätzliche Landerwerb macht zudem die Erschliessung der beiden vornehmlich zum gewerblichen Nutzen geplanten Häuser einfacher. Oberirdisch sind nur seitlich und hinter den Gebäuden einige Autoabstellplätze vorgesehen. Dafür werden genügend Kapazitäten in einer Tiefgarage geschaffen. Ein Ringverkehr soll die Zu- und Wegfahrt für Lastwagen einfacher gestalten. Das dürfte vor allem dann ein Vorteil sein, wenn ein Ladenlokal geschaffen wird und Waren zu- und wegtransportiert werden müssen. Diese Option ist laut Rätzer vorhanden. «Ein Grossverteiler hat sein Interesse angemeldet.» Bis am 19. März ist die Bevölkerung zur Mitwirkung eingeladen. Gleichzeitig erfolgt die Vorprüfung durch die zuständige kantonale Stelle. Anschliessend werden allfällige Projektbereinigungen vorgenommen. Verläuft alles nach Plan, wird die Teiländerung des Gestaltungsplans im kommenden Sommer aufgelegt werden können.