Seon

Auf ein Tänzchen mit dem Skelett-Modell – eine irrwitzige Komödie über den Klinikalltag

In der Komödie «Mit Verluscht muesch rächne» der Theatergruppe Seon läuft der Klinikalltag aus dem Ruder.

Auf was für spontane Verrücktheiten die Menschen nicht alles kommen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Gerade noch ist Putzfrau Ruth ganz funktionskonform in der Arztpraxis dem Staub auf den Fersen, schon tanzt sie, inspiriert von einem vergnügten Impuls, mit dem medizinischen Skelett-Modell ein schwungvolles Tangotänzchen.

Ja, in dieser Klinik muss zu jeder Zeit mit einer humorvollen Prise Wahnwitz gerechnet werden und der Tanz mit dem Skelett ist gewissermassen die Radnabe, um die sich die Handlungsstränge der Komödie «Mit Verluscht muesch rächne» wickeln. Der irrwitzige Dreiakter, den die Theatergruppe Seon ab dem 26. Oktober in der Turnhalle von Seon zur Aufführung bringt, präsentiert einen Klinikalltag, der unbeirrt und zum Vergnügen des Publikums aus dem Ruder läuft. Gegen den zerstreuten Professor und den herrschsüchtigen Doktor Keller wirkt zuweilen gar der Psychiatriepatient Padi, der seine künstlerische Ader in allerlei Rollenspielen auslebt, wie ein Ausbund mehr oder weniger gesunder Vernunft.

«Unser neues Stück», sagt Kerstin Schult, «überzeichnet das alltägliche Geschehen in einer Arztpraxis ins Groteske und besteht vorwiegend aus situationskomischen Elementen. Die Seriosität und die Ernsthaftigkeit, mit der wir den Schauplatz Klinik normalerweise in Verbindung bringen, wird im Stück auf die Schippe genommen.» Die Leiterin eines Theatervereins und einer Schauspielschule in Olten führt bereits zum dritten Mal in Seon Regie und setzt sich bei ihrer Arbeit ein klar formuliertes Ziel. «Ich will erreichen, dass die Mitglieder der Theatergruppe in ihren Schauspielmöglichkeiten vielfältiger werden. Deshalb spielen sie auch in diesem Stück Rollen, die nicht ihrem Naturell entsprechen.»

Lachen bis zum Abwinken

Wer der Theatergruppe Seon und Regisseurin Kerstin Schult einen Probebesuch abstattet, kann zu der Überzeugung gelangen, dass man eigentlich auch dafür einen Eintrittspreis verlangen dürfte. Seriöse und minuziöse Bühnenarbeit wechselt sich ab mit hochkomischen Sequenzen aus gewolltem und ungewolltem Übermut der Theaterensemblemitglieder, die eine Auflockerung der intensiven Proben bedeuten. «Ja, manchmal wird während der Proben bis zum Abwinken gelacht. Aber es ist echt harte Probearbeit, die die Schauspielerinnen und Schauspieler leisten. Zeitweise sind sie frustriert, wenn es nicht so klappt, wie sie es sich vorstellen, und dann können auch einmal ein paar Tränen fliessen», sagt Regisseurin Kerstin Schult. Für ihre neue Produktion durfte die Theatergruppe Seon auch zwei neue Mitspieler in ihren Reihen begrüssen. Martin Härri, 55, aus Oberentfelden, der auch im Theaterverein Unterkulm mitwirkt, fühlt sich in Seon sehr wohl. «Ich kann von den Proben mit einer professionellen Regisseurin nur profitieren.» Auch Nadine Hängärtner aus Beinwil am See hat sich in der Theatergruppe gut eingelebt. «Ich empfinde das Theaterspielen als sehr lehrreich und kann mir gut vorstellen auch im nächsten Jahr wieder mitzuspielen», sagt die 21-Jährige.

Aufführungen am Samstag, 26. Oktober, um 14 und um 20 Uhr, am Mittwoch, 30. Oktober, Freitag, 1. November, Samstag, 2. November, um 20 Uhr und Sonntag,
3. November, um 14 Uhr in der Turnhalle Seon.

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