Lenzburg
Auf der Lenzburger Schützenmatt wird bald ein riesiger Hausgarten stehen

Eine Ausstellung , wie sie die Aargauer Landwirte mit der «ALA 13» vom 15. bis 18. August durchführen, will von langer Hand vorbereitet sein. Deshalb spriesst und wächst es schon jetzt munter auf der Lenzburger Schützenmatte.

Hanny Dorer (Text und Fotos)
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Auf der Lenzburger Schützenmatt wird bald ein riesiger Hausgarten stehen
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OK-Präsident Fredi Siegrist auf dem Gelände, das mit Gemüse, Getreide und Obstbäumen bepflanzt wurde; im Hintergrund Schloss Lenzburg.
Junger Weizen, braucht noch Sonne.
Weizen, der im August erntereif ist.
Ein Paradies für Bienen.
Gemüse so weit das Auge reicht.

Auf der Lenzburger Schützenmatt wird bald ein riesiger Hausgarten stehen

AZ

Noch fehlen Festzelt, Pavillons und Stände auf dem Gelände der Schützenmatte in Lenzburg, doch auf dem über zwei Hektaren grossen Feld nebenan zeigt sich schon jetzt eine unglaubliche Vielfalt an Pflanzen, die der Ernährung von Mensch und Tier dienen.

Wie ein riesiger Hausgarten mutet der unterste Teil an. In Reih und Glied wurden hier alle gängigen Gemüsesorten angepflanzt: diverse Kohlarten, Gurken und Zucchetti mit ihren leuchtend gelben Blüten, roter und grüner Kopf- und Eichblattsalat, Eisberg- und Schnittsalat, Lattich, Fenchel, Zwiebeln, Randen, Sellerie, Lauch, Buschbohnen ... es nimmt kein Ende.

Riesenbüez

«Es war eine Riesenarbeit», bekräftigt Fredi Siegrist, OK-Präsident der ALA 13. «Die Gemüsebauern, darunter auch zahlreiche Senioren, haben eine wahnsinnige Energie an den Tag gelegt und waren mit viel Herzblut bei der Sache.» Ein Problem stellte der sehr nasse Frühling dar, also schlechte Bedingungen für die Aussaat. Als das Wetter dann endlich besser wurde, waren die Arbeitskräfte eigentlich in den Betrieben gefragt. «Bei Beginn der Ausstellung sollte möglichst alles erntereif sein», sagt Siegrist.

Auf einem grösseren Feld wachsen Rüebli und Kartoffeln. «Hier dürfen die Besucher selber ernten; sie kaufen eine Tragtasche und füllen sie mit selber ausgegrabenen Rüebli und Kartoffeln. Besonders für Kinder dürfte das ein grosser Spass sein», schmunzelt Siegrist.

Choreografie des Weizens

Der Weg des Brotes führt vom Weizenfeld über die Mühle bis zur Bäckerei. Auf einem separaten Feld wird der Weizen in drei Stadien gezeigt: Das erste Feld wird jetzt angesät, auf dem zweiten Feld ist der Weizen noch grün und auf dem dritten Feld wird er Mitte August Erntereife erreicht haben. «Wir stellen dann einen Mähdrescher mitten ins Feld. Dieser darf natürlich nur zeitweise arbeiten, sonst ist das Feld im Nu abgeerntet.»

Hochstammbäume, eine moderne Obstplantage mit Hagelschutznetz, eine Mager- und eine Bienenwiese, ein Rebberg, Erdbeerkulturen, Süss- und Silomaisfelder sowie ein Sonnenblumenfeld, das just Mitte August seine volle Pracht entfalten sollte, ergänzen das Angebot und wurden speziell für die ALA angepflanzt. Selbstverständlich fehlen auch die Tiere nicht: Kühe, Pferde, Schweine, Geissen und Schafe.

«Die Schützenmatte ist, mit Ausnahme der Parkplätze, ideal», stellt der OK-Präsident fest. «Bei der Stadtbehörde sind wir willkommen, Abwart und Regionalpolizei stehen voll hinter uns – es ist eine Freude, so zu arbeiten.» Die Belastung sei allerdings happig, gibt Siegrist zu. Er sei schon an seine Grenzen gekommen, aber die ganze Sache mache Spass und sie seien ein tolles Team im OK. Die letzte ALA vor 10 Jahren war im Kantonsjubiläum integriert. Die letzte «richtige» ALA liege deshalb 20 Jahre zurück. «Und seither hat sich so vieles verändert, dass das damalige Konzept nicht mehr brauchbar ist. Wir mussten alles von Grund auf planen.»

«Wir wollen zwar die Aargauer Landwirtschaft zeigen, wie sie heute ist, aber auch in die Zukunft schauen», betont der OK-Präsident. Dabei geht es unter anderem um Urban Farming, Windkraftenergie, Littering, auch Kulturlandverlust und Ökobilanz sind Themen, die zur Sprache kommen.

Nachtragend sind die Bauern übrigens nicht: Der Aargauische Gewerbeverband ist selbstverständlich auch zur Ausstellung eingeladen.