Ferienpass
Auf den Polizeihund gekommen

Insgesamt 58 Veranstaltungen hat der Elternverein Lenzburg in sein Ferienpass-Programm aufgenommen - unter anderem ein Besuch bei der Polizei.

Markus Christen
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Ein kleines Highlight gleich zu Beginn. 21 Schüler haben sich für den Rundgang durch den Posten der Regionalpolizei am Donnerstagmorgen angemeldet. Noch bevor es losgeht, dürfen sie sich nacheinander auf ein Polizei-Motorrad setzen und ein Foto von sich machen lassen.

Damit ist die Veranstaltung lanciert. Die Kinder teilen sich in zwei Gruppen ein und folgen den Regionalpolizisten Tamara Keller und Martin Trachsel auf eine spannende Führung in eine Welt voller vergitterter Fenster, Nagelbänder, Blinklichter und von Hanni, der Polizeihündin.

Der Besuch bei der Polizei ist eine von insgesamt 58 Veranstaltungen, die der organisierende Elternverein Lenzburg in sein Ferienpass-Programm aufgenommen hat. Jedes Jahr während zwei von drei Herbstferienwochen können sich Schüler ab der 1. Klasse aus der Regionalschule Lenzburg, der Schule Hendschiken, sowie die Kinder von Mitgliedern des Elternvereins nach ihren Interessen für die Kurse anmelden.

Wissen spielerisch erweitern

Mit insgesamt rund 180 Anmeldungen, wobei die Kinder auch mehrere Veranstaltungen besuchen können, sei die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr etwas rückläufig, zieht Pascale Baur-Mühlethaler, Hauptorganisatorin der Aktion Ferienpass, ein erstes Fazit. Dies hänge wohl aber auch damit zusammen, dass heuer die Anmeldungen nur noch über das Internet abgewickelt werden konnten. «Das neue Computersystem», erklärt Johannes Thut, Mitglied im Kopräsidium, «erlaubt uns, eine gerechte Verteilung vorzunehmen. Bei Veranstaltungen, die auf grosses Interesse stossen, können wir jetzt diejenigen Kinder bevorzugen, die dieses Angebot in den vergangenen Jahren noch nicht in Anspruch genommen haben.»

Die Ferienpasswochen sind für die Schüler eine ausgezeichnete Möglichkeit, ihren Wissens- und Erfahrungshorizont auf spielerische Weise zu erweitern. Das Angebot ist breit gefächert, für einen minimalen Unkostenbeitrag zu buchen und reichte in diesem Jahr von Lehrgängen im Bogenschiessen über einen Besuch im Paul-Scherrer-Institut bis zu Webkursen.

Ausbrecher auf Ostereiersuche

Die an der Arbeit der Polizei interessierten Kinder machen sich auf den Weg zum Lenzburger Bezirksamt. Unter der Führung des stellvertretenden Bezirksamtmannes Ulrich Bruder besichtigen sie die Zellen des stillgelegten Untersuchungsgefängnisses. Das Interesse ist gross und die Hände werden unentwegt in die Höhe gestreckt. Die Polizisten und der Bezirksamtmann nehmen alle ernst und beantworten jede Frage. Die Geschichte von Walter Stürm, der es geschafft hat aus dem Untersuchungsgefängnis in Lenzburg auszubrechen, sorgt zum Schluss noch für Heiterkeit. Er hatte den Beamten eine Notiz in der Zelle zurückgelassen mit der Nachricht: «Bin auf Ostereiersuche».

Wieder zurück beim Polizeiposten, wird Marc Röthlisberger von der Stadtpolizei Baden begrüsst. Der Hundeführer hat seine Polizeihündin Hanni mitgebracht. Gebannt verfolgen die Schüler Hanni dabei, wie sie in knöchelhohem Gras eine frische Fährte aufnimmt, eine versteckte Pistole und schliesslich auch deren Besitzerin aufspürt. Für diese Paradevorstellung bekommt Hanni Szenenapplaus. Die Kinder ihrerseits erhalten als Belohnung für ihre eigene wache Aufmerksamkeit das Foto, das sie auf dem Motorrad der Polizei zeigt, geschenkt.