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Auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch: «Ich fahre vom Coiffeur ins Dynamo»

Jonathan Zumsteg (27) wohnt in Beinwil am See und will beim Konzertlokal "Dynamo" arbeiten.

Jonathan Zumsteg (27) wohnt in Beinwil am See und will beim Konzertlokal "Dynamo" arbeiten.

Reinach Jonathan Zumsteg (27) wohnt in Beinwil am See und ist auf dem Weg ans Bewerbungsgespräch in einem der bekanntesten Lokale in der Schweiz.

«Jetzt fahre ich von Reinach nach Aarau, wo ich etwas Feines essen will, und dann gehe ich zum Coiffeur. Denn danach muss ich gleich weiter nach Zürich, wo ich im Jugendkulturhaus Dynamo ein Bewerbungsgespräch habe.

Ich bin gelernter Veranstaltungsfachmann und will nach meinem Zivildienst auf einem Bauernhof für betreutes Wohnen zurück in die Branche. Im ‹Dynamo› wäre ich für den Ton bei Konzerten im Werk 21 verantwortlich.

Das ist ein kleines Konzertlokal für maximal 200 Gäste. Das wäre super für mich, weil man in einem kleinen Lokal viel Verantwortung übernehmen kann. Ausserdem kann man in Zürich viele Leute kennen lernen. Das ist wichtig, denn nach einem Unterbruch in die Branche zurückzufinden, ist nicht einfach.

Beim KIFF in Aarau möchte ich auch anfragen, aber da muss ich mich noch etwas gedulden, bis der Bewerbungsprozess beginnt. Auch das wäre toll, mit dem KIFF bin ich schon lange verbunden. Zusammen mit Freunden habe ich direkt gegenüber ein Atelier, in dem wir gelegentlich Jamsessions organisieren.

Die Lehre habe ich im Stadttheater Winterthur gemacht. Das war sehr beeindruckend, denn das Theater ist das grösste im Land. Da hatten wir oft Aufführungen aus dem Ausland. Jetzt möchte ich mich Konzerten zuwenden, deshalb meine Bewerbung im ‹Dynamo›. Anschliessend hoffe ich, einen Ausbildungsplatz für den Fachausweis Tontechnik zu bekommen, das wäre natürlich super.

Im Zug trage ich sonst immer meine Kopfhörer, die Umgebungslärm ausschalten können. Vor allem in der WSB stört mich manchmal, dass die Züge doch sehr laut sind. Mit diesen Kopfhörern ist das zum Glück kein Problem, ich höre von allem überhaupt nichts. Nur unter die Stromabnehmer sitzen kann ich nicht.

Unter diesen verursachen die Kopfhörer bei jedem Anfahren ein fürchterliches Geräusch. Ich finde die Strecke der WSB sehr schön, weil man zwischendurch in die Weite zu den Bergen sehen kann.

Manchmal steige ich auch einfach in die WSB, um in Ruhe nachdenken zu können. Dann fahre ich von Reinach bis nach Schöftland und wieder zurück. Dank dem Zonenbillett ist das nicht mal teuer. Die WSB schätze ich auch, weil ich die Fahrt nach Aarau gemütlicher finde als mit der Seetalbahn, wo man in Lenzburg noch umsteigen muss. Schade ist, dass beide Bahnen so langsam sind. Es wäre schön, wenn der Seetaler und die WSB schnellere Verbindungen hätten. Doch ich habe in der Zeitung gelesen, dass das in absehbarer Zeit nicht passieren wird.»

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