Schafisheim

Auf das erste Haustier folgte ein ganzer Zoo

Raphael Urech hat nicht nur Schildkröten und Affen zu Hause.

Raphael Urech hat nicht nur Schildkröten und Affen zu Hause.

Der 19-jährige Raphael Urech hat bei sich zu Hause in Schafisheim einen Tierpark eingerichtet – die Anlage finanzierte er mit seinem Lehrlingslohn. Mittlerweile hat er um die 50 Tiere.

Raphael Urech ist ein gewöhnlicher 19-Jähriger, der mit seiner Familie in Schafisheim wohnt. Aber nur auf den ersten Blick. Denn zusammen mit der fünfköpfigen Familie wohnen an die 50 Tiere. Dazu gehören Affen, Riesenschildkröten, Griechische Landschildkröten, eine Bartagame, vier Kois, Wasserschildkröten, drei Alpakas, drei Katzen und der Familienhund Jack.

Um diese ungewöhnliche Leidenschaft möglich zu machen, hat Raphael Urech nach und nach einen Tierpark auf dem Grundstück errichtet. Mittlerweile verteilen sich die Tiere auf rund 6000 Quadratmetern. «Als ich 15 Jahre alt war, durfte ich mir ein Haustier aussuchen, meine Schwester hatte einen Hamster. Ich wollte ein Tier, welches ein bisschen länger lebt», erklärt Raphael Urech. Deswegen legte er sich zwei kleine Schildkröten zu. Von Anfang an war er fasziniert von den aussergewöhnlichen Geschöpfen. Raphael Urech begann, unzählige Fachbücher über Schildkröten und deren Haltung zu lesen. So führte das Eine zum Anderen, und er kaufte sich die drei Riesenschildkröten, die er auch heute noch hat. Im Alter von 16 Jahren kam dann auch die Faszination für Affen dazu. Erneut verbrachte er Unmengen Stunden damit, Bücher über Affen und die artgerechte Haltung dieser Tiere zu lesen.

Obwohl seine Eltern damals absolut dagegen waren, begann Raphael Urech bald damit, das Tropenhaus der Riesenschildkröten umzubauen, um den Affen ein schönes Zuhause bieten zu können. Dazu holte er sich die Hilfe von erfahrenen Privatpersonen, die ebenfalls Affen halten. Da Raphael Urech damals noch minderjährig war, bat er seine Eltern um die Unterschrift für den Antrag zur Haltebewilligung. «Der Kanton hat strenge Auflagen, was die Haltung exotischer Tiere betrifft, und das ist auch gut so. Regelmässig wird mein Tierpark von zwei Experten kontrolliert. Das ist mir sehr wichtig, denn die artgerechte Haltung hat für mich Priorität», macht Raphael Urech deutlich. Zu den Auflagen gehört auch die Betreuung der Tiere durch eine Wildtierpflegerin. Dies sei jedoch ein klarer Vorteil, findet Raphael Urech: «Durch die Tierpflegerin erhalte ich oft eine zweite Meinung, und ich kann stets dazulernen.» Personen, die Affen oder andere Wildtiere in der Wohnung halten, oder sie mit sich herumtragen, kann Raphael Urech nicht verstehen. Sein selbst gebautes Affenhaus mit Aussengehege wurde bewusst weit über das gesetzliche Minimum gebaut: «Es gibt nichts, was mir mehr am Herzen liegt dabei, als das Wohl der Tiere.»

Die aufwendige Anlage finanzierte sich Raphael Urech zum grössten Teil selbst. In der Lehre als Kaufmann sparte er jeden Rappen und nahm viele Nebenjobs an. «Natürlich haben mich auch meine Eltern finanziell ein wenig unterstützt, worüber ich sehr froh bin.»

Momentan sind keine weiteren Neuzugänge in der tierischen Familie geplant, abgesehen von den jungen Äffchen, die in ein paar Monaten zur Welt kommen werden. Als Frauenmagnet betrachtet er sein tierisches Hobby jedoch nicht: «Ich habe die Tiere für mich, nicht um damit anzugeben oder eine Frau kennen zu lernen.»

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