Eigentlich schwimmt der kleine Kugelfisch ja in Korallenriffen nahe des Äquators umher und geht Tauchern eher aus dem Weg. Doch heute lässt er sich geduldig von Felix Umbricht im Schwimmbecken der Badi Möriken-Wildegg platzieren. Immerhin würde er sich im 24Grad Celsius warmen Becken fast genauso wohl fühlen wie in seinem Riff, wenn es denn mit Meerwasser gefüllt wäre. So aber blickt er einfach mit grossen Augen vom auf Aluminium gedruckten Bild zum Betrachter – und wirkt dabei fast etwas aufgeblasen.

«Schönheit der Meere zeigen»

Seit 20 Uhr schwimmt Taucher Felix Umbricht bereits im Schwimmbecken hin und her und stellt seine Unterwasserausstellung auf. Dabei geniesst er die Ruhe und Sauberkeit des Wassers. Einen Luxus, den der Kugelfisch nicht teilen kann. Denn die Lärm- und Plastikverschmutzung der Weltmeere ist nach wie vor ein Problem. Darauf möchte Umbricht mithilfe der Ausstellung aufmerksam machen.

Statt aber mit Schreckensbilder zu schockieren, möchte Umbricht den Besuchern der Badi die Schönheit der Meere näher bringen. «Wenn man den Menschen immer nur das Schlechte zeigt, schalten sie irgendwann ab», erklärt er, «ich zeigen ihnen lieber, was es im Meer zu schützen gilt.»

Die Bilder, die er ausstellt, wurden von Unterwasserfotografen zur Verfügung gestellt und stammen aus der ganzen Welt. Wer möchte, kann sie auch kaufen. Ein Teil des Erlöses wird dann für Projekte der Umweltschutzorganisation OceanCare gespendet.

Der Badmeister der Badi Möriken-Wildegg, Peter Dietiker, unterstützt die Aktion gerne. «Für mich ist Wasser das Medium Nummer Eins», sagt er, «es wäre wirklich schade, wenn wir all das Leben im Wasser verlieren würden.»

Dietiker kennt Umbricht schon lange. Er und sein Team sind gute Gäste in der Badi, geben hier auch Kurse im Apneutauchen. «Ich würde gerne öfters Ausstellungen in der Badi machen», sagt der Badmeister. «Aber Bilder neben einem Pool aufzustellen ist etwas heikel.» Er lacht. Da helfen leider auch keine Wasserfarben.

Die Unterwasserwelt-Ausstellung von Felix Umbricht kam also gerade richtig. Die 100 Exponate kamen am Samstag bei den rund 800 Besuchern derart gut an, dass die Ausstellung spontan auf Sonntag verlängert wurden. Die Anwohner profitierten gerne vom freien Eintritt. «So wollen wir uns bei den treuen Badibesuchern bedanken», sagt Peter Dietiker. «80 Jahre Betrieb sind ja keine Selbstverständlichkeit.»