Lenzburg

Auch Bezler sollen eine Lehre machen

«Go for work» hat Stefan Wildi (links) den Weg zur Kochlehre in der «Krone» geebnet.Efu

«Go for work» hat Stefan Wildi (links) den Weg zur Kochlehre in der «Krone» geebnet.Efu

Der Gewerbeverein Lenzburg und Umgebun will das Schnupper-Projekt «go for work» für Schüler weiter professionalisieren.

Einer, der mit dem Projekt «go for work» des Gewerbevereins Lenzburg und Umgebung und der Regionalschule Lenzburg gute Erfahrungen gemacht hat, ist «Kronen»-Wirt Otto Gerber. Schüler Stefan Wildi ebenfalls. Er hat vor Jahresfrist am vom Gewerbeverein organisierten Schnuppertag in der «Kronen»-Küche geschnuppert und den Lehrvertrag für die Ausbildung zum Koch in der renommierten «Krone» ergattern können.

Dieses Beispiel ist ganz nach dem Gusto von Gewerbevereins-Präsident Erich Renfer. «Genau so stellen wir uns das Projekt in Zukunft vor.» Das Gewerbe soll vom Aufwand, den es für «go for work» betreibt, direkt profitieren können. Man könnte es fast so sagen: Der Schnuppertag wird für die Unternehmen zu einer Art «try and hire» von zukünftigen Lernenden. Erich Renfer steht nicht allein da mit seiner Auffassung, auf diesem Weg die heutigen Schüler – auch die Bezirksschüler – für den dualen Bildungsweg zu gewinnen. Immer wieder, schon fast gebetsmühlenartig, wiederholt er: «Wir müssen die Berufslehre besser vermarkten.»

In Andi Amrein, Geschäftsführer der Kromer Print AG hat er einen Weggefährten gefunden, der ebenso überzeugt ist, dass «man die Grundbildung nicht genug in die Öffentlichkeit hinaustragen kann.» Man müsse den Jungen die Möglichkeiten in der Region aufzeigen. Kromer, ebenfalls Mitglied des Gewerbevereins, kümmert sich um die Administration des Anlasses. Dieser wurde weiter professionalisiert und ist heute fast generalstabsmässig aufgestellt. Die 170 Schülerinnen und Schüler, die am freiwilligen Programm teilnahmen, konnten aus einem Angebot von 300 Ausbildungsplätzen auswählen. Renfer ist ganz besonders stolz darauf, dass rund 80 Prozent der Bezler sich für «go for work» eingeschrieben haben.

Wie ernst es dem Gewerbeverein ist mit einer effizienten und professionellen Abwicklung, zeigt die Neuerung, die auf den Anlass in diesem Jahr eingeführt wurde. Jeder Teilnehmer erhielt einen Qualifikationsbogen ausgehändigt, in welchem die Ausbilder erste Eindrücke über die Person und mögliche Eignung für den geschnupperten Beruf festhielten.

Wie weiter? Das Gewerbe zögert

Der Gewerbeverein will sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. «Go for work» soll weiterentwickelt werden. An der Koordinationssitzung von Gewerbe und Schule im Juni sass der Geschäftsführer von Lebensraum Lenzburg-Seetal mit am Tisch. Dabei soll über eine Kooperation mit andern Gewerbevereine und Schulen im Seetal diskutiert werden, die ähnliche Anlässe durchführen.

Erich Renfer äussert sich eher verhalten gegenüber diesem Ansinnen. Für ihn ist klar, dass dazu alle Gewerbevereine in der Region voll und ganz hinter dem Projekt stehen müssten. «Das ist heute nicht gegeben», sagt er.

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