Die emsige Betriebsamkeit beginnt lange, bevor der Vogelhändler Adam im Löwen-Saal sein «Grüess Euch Gott» in den Saal schmettert.

Um 18 Uhr treffen die ersten Mitwirkenden ein. Inspizient Peter Eichenberger kontrolliert hinter der Bühne die bereitgestellten Requisiten. Beleuchter Beat Maurer testet das Lichtpult und Fred Dahler wischt den Bühnenboden feucht auf, befeuchtet die Stoffbahnen der Kulissen: «Damit alles schön gespannt ist und die Luft etwas feuchter, dafür sind die Sänger dankbar.»

Ein Blick hinter die Kulissen der Operette «Der VogelhändlerÌ in Beinwil am See.

Ein Blick hinter die Kulissen der Operette «Der VogelhändlerÌ in Beinwil am See.

Die vier Plätze in der Maske sind besetzt. Mezzosopranistin Barbara Schroeder wird jetzt von Maskenbildnerin Nadine Frey in die Baronin Adelaide verwandelt. Mit Pinseln und Quasten trägt sie Puder und Farbe auf, zieht der Sängerin die Augen nach. Für das grelle Licht auf der Bühne muss stark geschminkt werden, damit es wirkt. Am Schluss setzt Frey der Sängerin die Perücke auf. Nur das Kostüm fehlt noch, dann steht die Hofdame bereit. Während alle Solisten zurecht gemacht werden, treffen auch die 30 Chormitglieder ein und machen sich für den ersten Auftritt bereit. Die Frauen schminken sich selber, die Männer dürfen auf den Stuhl sitzen und werden richtig schön gemacht.

Im Foyer haben die «Cüpli-Damen» für den Empfang der Gäste alles bereitgestellt, auch die Garderobe ist besetzt und schon treffen die ersten Besucher ein. Damit mit den Besucherautos kein Verkehrschaos entsteht, hat Martin Burger mit seinen Leuten den Verkehrs- und Parkdienst aufgezogen.

Der Aufenthaltsraum im Keller unter der Bühne füllt sich jetzt mit pfälzischem Landvolk, Bauern und Bäuerinnen in ihren Trachten. Noch ein Glas Tee oder einen Schluck Weisswein sollen mithelfen die Stimme zu geschmeidig zu machen – oder auch nur ein Praliné. Zwischen den Chormitgliedern schlängeln sich die Musiker durch und besetzen ihre Plätze im Orchestergraben, stimmen die Instrumente und spielen sich ein.

Punkt 19.15 Uhr ruft der Dirigent Konrad Jenny den Chor zum Einsingen in den Heizungskeller. Umgeben von Röhren und Ventilen stellen sich die Leute auf und lockern sich und ihre Stimmen. «Na na, no no, ni ni», mal laut, mal leise, mal tief, mal hoch, Jenny treibt die Sänger an.

Präsident Hansruedi Bürgi begrüsst alle – das ist ein festes Ritual – und wünscht «eine gute Vorstellung.»

Noch zwei Minuten. Der Dirigent, den Taktstock in der Hand, wartet hinter dem Orchester. Der Chor begibt sich auf die Bühne und stellt sich hinter dem geschlossenen Vorhang zum Eingangsbild auf. Es wird ruhig, alle konzentrieren sich. Der Mann am Vorhang ist bereit zum Ziehen, der Beleuchter sitzt am Pult, die Hände an den Knöpfen.

Jetzt geht das Licht aus im Saal, Konrad Jenny verneigt sich vor dem Publikum. Applaus, dann Stille und das Orchester setzt ein. Die Spannung steigt auf der Bühne. Nun ertönen die Jagdhörner, der Vorhang geht auf, es wir hell und der Chor setzt ein mit «Hurra, Hurra».