Lichtverschmutzung

Armee erneuert Aussenbeleuchtung für 1 Mio. Franken – Anwohner und Gemeinde begrüssen das

Das Armeelogistikcenter (zwischen A1 und Bahngleisen) ist für 85 Millionen Franken modernisiert worden. Noch leidet das angrenzende Quartier unter Lichtverschmutzung.

Das Armeelogistikcenter erneuert für 1 Millionen Franken die Aussenbeleuchtung. In Othmarsingen wird dies positiv aufgenommen. Anwohner empfanden die Beleuchtung besonders vor zwei Jahren als störend - die Lampen brannten damals die ganze Nacht.

Taghell – und das mitten in der Nacht. Damit soll rund um das Armeelogistikcenter in Othmarsingen ALC-O bald Schluss sein. Denn das Militär will die Platz- und Strassenbeleuchtung ersetzen respektive vervollständigen. Damit soll die Lichtverschmutzung abnehmen. Eine Entlastung nicht nur für die Natur, sondern auch für die Anwohner auf der gegenüberliegenden Seite der Bahngleise. Zudem will die Armee mit neuen LED-Leuchten Energie sparen. Das entsprechende Projektanpassungsgesuch im militärischen Plangenehmigungsverfahren liegt bis zum 19. August auf der Gemeindekanzlei auf. Rund eine Million Franken investiert das Militär dafür. Gesuchstellerin ist die Immobilienabteilung der Armasuisse.

Dass das Militär etwas gegen das helle Licht unternimmt, das zeitweise nächtelang nicht nur das Logistikcenter, sondern auch die Umgebung erhellte, wird in Othmarsingen positiv aufgenommen. Insbesondere vor zwei Jahren sei die Beleuchtung sehr störend gewesen, sagt ein Anwohner. «Die Lampen brannten die ganze Nacht hindurch, und das über mehrere Monate hinweg.» Vor allem der Panorama- , aber auch der Högern- und Bahnweg waren davon betroffen. Auf Anfrage erklärt Jacqueline Stampfli, stellvertretende Leiterin Kommunikation bei der Armasuisse: «Zu dieser Zeit gab es Hinweise auf mögliche Sachbeschädigungen an militärischen Einrichtungen.» Unter anderem mit der dauerhaften Beleuchtung habe die Armee die Hürden für solche Taten erhöht.

Nächtelang Licht nur bei Übungen

Auf der Gemeinde gingen damals wegen der Dauerbeleuchtung mehrere Rückmeldungen ein, wie Gemeindeammann Hans Rätzer bestätigt. «Wir vom Gemeinderat begrüssen, dass die Armee die Lichtverschmutzung in Richtung Dorf verringern und eine zeitgemässe Beleuchtung installieren möchte», sagt er. «Wir werden dies in unserer Stellungnahme auch so schreiben.» Darin will der Gemeinderat zudem festhalten, dass es wünschenswert sei, die nächtelangen Lichtemissionen auf Ausnahmesituationen wie Übungen zu beschränken, so Rätzer.

Nicht nur die Gemeinde und der Kanton können zum Projekt Stellung nehmen, sondern auch die Bevölkerung. Während der Auflagefrist haben auch Anwohner die Möglichkeit, Anregungen zu deponieren und Einsprache zu erheben. Seit 1996 mit dem Inkrafttreten der Militärischen Plangenehmigungsverordnung muss die Armee grössere Bauprojekte öffentlich auflegen.

Einige Lampen bereits demontiert

Mit diversen Massnahmen will die Armee die Lichtverschmutzung in Othmarsingen verringern. Ein Teil der Leuchten wurde bereits abmontiert, unter anderem jene an den Ostfassaden zweier Gebäude in Richtung Wohnquartier. Die Anwohner werden zusätzlich entlastet, indem die Lampen nicht mehr in Richtung Dorf leuchten, sondern explizit auf das Armeeareal ausgerichtet sind. Befestigt werden sie an neuen, 16 bis 18 Meter hohen Masten, die entlang der Eisenbahngleise zu stehen kommen, die das Wohnquartier vom Logistikcenter trennen. Die Strassenlampen können so programmiert werden, dass sie zu bestimmten Zeiten ein- und ausschalten. Zudem geht das Licht automatisch an, wenn sich jemand nähert, und wieder aus, wenn die Person oder das Fahrzeug sich entfernt.

Ein Teil der bisherigen Leuchten, die an Spannseilen zwischen den Gebäuden aufgehängt waren, hat die Armee bereits abmontiert. Folgen sollen auch die Strassen- und Platzbeleuchtungsmasten, die entlang der Autobahn A1 stehen. «Auf eine Strassenbeleuchtung im Bereich des Rundwegs entlang der Nationalstrasse A1 soll neu verzichtet werden, da sich diese Wegstrecke innerhalb des Ausbauperimeters der A1 befindet», heisst es in den Unterlagen. Konkret: Der Bund will bis 2030 die Autobahn zwischen Aarau Ost und Birrfeld für 372 Millionen Franken auf sechs Spuren ausbauen.

Insgesamt 85 Millionen Franken investiert

Könnte die Armee die Beleuchtung nicht anpassen, hätte dies Konsequenzen für den Betrieb des Logistikcenters. Auf dem Areal sind leichte und schwere Militärfahrzeuge wie Radschützenpanzer oder Aufklärungsfahrzeuge in den Hallen eingestellt, welche die Mechaniker nach Übungen waschen und warten. Vor allem zwischen Herbst und Winter in den Morgen- und Abendstunden seien die Mitarbeitenden auf eine gute Beleuchtung angewiesen. Auch während speziellen Einsätzen in der Nacht oder wenn Personen widerrechtlich eindringen würden, schreibt die Armee im Projektbeschrieb. «Die Strassenbeleuchtung gewährleistet die Sicherheit von Personen- und Fahrzeugverkehr.»

Mit dem Ersatz der Aussenbeleuchtung nimmt die Totalsanierung ihr Ende. In den vergangenen rund zehn Jahren hat die Armee insgesamt 85 Millionen Franken in die Infrastruktur des Armeelogistikcenters ALC-O investiert, beispielsweise für eine neue Fahrzeugprüfhalle und Waschanlage 2011 oder für die Gebäudesanierungen 2013. «Die Aussenbeleuchtung ist eine Anpassung, die aus dem Projekt von 2011 resultierte, aber im Rahmen der Sanierung in diesem Jahr verbessert umgesetzt werden soll», sagt Mediensprecherin Jacqueline Stampfli. Am Hauptstandort in Othmarsingen beschäftigt das Militär 188 Mitarbeitende und 35 Lernende, mit den 17 weiteren Standorten sind es insgesamt 546 Mitarbeiter, darunter 60 Lernende.

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