Möriken-Wildegg
Angst vor Hochwasser ist in Möriken-Wildegg existent

Kantonale Abteilung für Landschaft und Gewässer will Bünz revitalisieren. Zwei Anwohner haben jedoch Einwende gegen das Projekt. Sie fürchten sich vor einem Hochwasser.

Janine Gloor
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Auf der Auensteiner Seite der Unterführung kamen die grossen Pumpen der Zementfabrik zum Einsatz. Die Sandsäcke auf der Mauer rechts dienten zum Schutz der Überbauung Jurapark. Rudolf Berner

Auf der Auensteiner Seite der Unterführung kamen die grossen Pumpen der Zementfabrik zum Einsatz. Die Sandsäcke auf der Mauer rechts dienten zum Schutz der Überbauung Jurapark. Rudolf Berner

Die Bünz soll zwischen der Bruggerstrasse und dem Zusammenfluss mit dem Aabach revitalisiert werden. So sieht es die kantonale Abteilung Landschaft und Gewässer vor. Gegen das Projekt sind zwei Einwendungen von Anwohnern eingegangen. Die Bedenken der Einwender richten sich auf die Hochwassersituation. Im Mai 2015 ist der Aabach über seine Ufer getreten und hat die Unterführung der Kantonsstrasse nach Auenstein überflutet. Die Wassermassen füllten nicht nur die Unterführung, sie bedrohten auch die neue Überbauung Jurapark. Die Feuerwehr konnte mit Sandsäcken das Schlimmste verhindern.

Das Hochwasser hat die Einwender verunsichert. «Die Anwohner fürchten, dass auf dem renaturierten Abschnitt der Bünz Ähnliches passieren wird», sagt Gemeindeammann Hans-Jürg Reinhart. Der Gemeinderat teilt diese Bedenken. «Wir stehen der Renaturierung positiv gegenüber. Jedoch halten wir es für nötig, dass die Hochwassersituation nochmals geprüft wird.»

Könnte ein natürlicher Verlauf der Bünz die Hochwassersituation verschlimmern? Nanina Blank, Projektleiterin Wasserbau bei der Abteilung Landschaft und Gewässer, verneint. «Das Hochwasser beim Aabach war keine Folge der Revitalisierung», sagt sie. Das Timing sei unglücklich gewesen.

Bünz gegen Aabach

Wenn der Aabach die Kantonsstrasse überflutet, ist der Grund beim Zusammenfluss von Aabach und Bünz zu suchen: «Wegen des hohen Abflusses der Bünz wird der Aabach bei Hochwasser zurückgestaut.» Der Aabach fliesst quasi gegen eine Mauer.

Bei der Revitalisierung wird das Bett der Bünz an einigen Stellen verbreitert, doch dies hat wenig bis gar keinen Einfluss auf ein Hochwasser. «Die Lösung des Hochwasserproblems ist nicht das Ziel der Renaturierung», sagt Blank. Die kantonale Abteilung für Tiefbau klärt jedoch zur Zeit Massnahmen ab, welche die Kantonsstrasse besser vor Hochwasser schützen sollten.

Nanina Blank hat die Einwender aus Möriken-Wildegg im persönlichen Gespräch über den Zusammenhang von Revitalisierung und Hochwasser aufgeklärt. Ihre Bemühungen haben sich gelohnt: Die Einwendungen wurden zurückgezogen.

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