Ihm wird vorgeworfen, im grossen Stil Gelder seiner Kunden veruntreut zu haben: Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat deshalb gegen den 55-jährigen Rechtsanwalt Roland Padrutt Anklage erhoben. Sie fordert eine Freiheitsstrafe von vier Jahren (az berichtete).

Nun zeigt sich: Roland Padrutt hat eine Aufsichtsbeschwerde gegen die ausführende Staatsanwältin eingereicht, wie Nicole Payllier, Sprecherin des Obergerichts, auf Anfrage der az bestätigt. «Das Obergericht wird die Aufsichtsbeschwerde nun prüfen», sagt sie.

Der angeklagte Padrutt hatte bereits nach Bekanntwerden der Anklage betont, die Anklage nicht auf sich sitzen lassen zu wollen: «Das originelle Handeln dieser Staatsanwältin wird die Gerichte noch weiter beschäftigen. Es wird eine umfassende Beschwerde eingereicht, verbunden mit einer Strafanzeige wegen Amtsmissbrauch, Amtspflichtverletzung und Amtsgeheimnisverletzung», so Roland Padrutt gegenüber der Aargauer Zeitung.

Er sei ohnehin über die Presse auf die Anklage gestossen. «Ich bin erstaunt und eigentlich der Ansicht, dass das Untersuchungsverfahren noch überhaupt nicht hätte abgeschlossen werden dürfen», so Padrutt weiter. Ausserdem sei ihm nie Akteneinsicht gewährt worden.

Die Staatsanwaltschaft wollte auf Anfrage der Aargauer Zeitung keine Stellung zur Beschwerde beziehen. Es gilt die Unschuldsvermutung. (sha/ahu)