Nach einem missglückten Brandanschlag im Fitnesscenter in Villmergen vor sechs Jahren flog ein Dopingring auf. Teil davon war ein 47-jähriger Schweizer, der mit Anabolika, Appetitzüglern, Wachstums- und Erektionshormonen gehandelt haben soll. Die Substanzen gelten teils als Dopingmittel. Mit dem Verkauf soll er 385'000 Franken Gewinn gemacht haben. Gemäss Staatsanwaltschaft wusch er das Geld ausserdem.

Sein Verteidiger Roger Lerf forderte am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Lenzburg einen Freispruch. Der Verkauf von Doping sei nur strafbar, wenn es für einen Wettkampf eingesetzt werde, sagte Lerf gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Das sei nicht geschehen. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, ein Jahr davon unbedingt.

Geständnis zurückgezogen

Der Angeklagte gab in Aussagen während des Verfahrens die Tat zu, zog das Geständnis jedoch zurück. Sein Anwalt erklärt, er sei psychisch zusammengebrochen und habe das Geständnis abgegeben, um aus der Untersuchungshaft zu kommen.

Das Urteil wird schriftlich eröffnet. Bei einem Schuldspruch will der Angeklagte vor Bundesgericht ziehen.

Schon 2014 verurteilte das Bezirksgericht Bremgarten den Besitzer des Fitnesscenters zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe. Er wollte das Studio selbst in Brand stecken.

Die Staatsanwaltschaft führte im Doping-Fall Verfahren gegen zehn Beschuldigte. Einer von ihnen wehrte sich bis vor Bundesgericht gegen Überwachungsmassnahmen der Untersuchungsbehörden, unterlag jedoch.

Besitzer liess eigenes Fitnessstudio anzünden:

Besitzer lässt eigenes Fitnessstudio anzüden

Video vom 22. November 2012.

(mwa)