Einerseits die Freude, dass der Baustellenstress vorüber, das lästige Rotlicht verschwunden ist. Andererseits die Ungewissheit, ob jetzt der Schleichverkehr vom und ins Seetal wieder einsetzen wird – wegen der Bauerei am A1-Zubringer in Lenzburg vielleicht sogar noch stärker als in der Vergangenheit.

Am Samstag überwog in Ammerswil das «Einerseits». Mit einem «StrasseFäscht» feierte die Bevölkerung den Abschluss der Arbeiten an der Dorfstrasse. Arbeiten, die zwar deutlich länger gedauert haben als geplant, deswegen aber nicht teuerer werden. Es werde günstiger als budgetiert, man überziehe den Kredit nicht, erklärte Frau Gemeindeammann Marianne Horner. Bewilligt waren insgesamt 4 Millionen Franken, 2,2 vom Kanton und 1,8 von der Gemeinde.

Frau Gemeindeammann Marianne Horner und Projektleiter Elmin Jelecevi stossen auf den guten Abschluss der Arbeiten an der Dorfstrasse an.

Frau Gemeindeammann Marianne Horner und Projektleiter Elmin Jelecevi stossen auf den guten Abschluss der Arbeiten an der Dorfstrasse an.

«Wir sind froh»

Damit der Deckbelag, ein Flüsterbelag, unter optimalen Bedingungen eingebaut werden konnte, war die Durchfahrt durch Ammerswil vom Freitagmorgen bis heute Montag morgen gesperrt – die räumlichen Bedingungen im autofreien Dorf waren für das «Fäscht» entsprechend optimal. «Wir sind froh und erleichtert, dass die grosse Baustelle endlich ein Ende gefunden hat», sagte Marianne Horner. Aber: «Es kam uns entgegen, dass wir ein Rotlicht hatten, als die Baustelle in Lenzburg begann.»

Gemäss einem, wie alle Beteiligten erklären, «sportlichen Terminprogramm», hätten in Ammerswil die Hauptarbeiten nach dem Baubeginn im Februar 2018 bereits Ende 2018 fertig sein sollen. Es war fast ein halbes Jahr mehr nötig. «Es hat nicht immer alles bestens geklappt – definitiv nicht. Aber wir haben uns Mühe gegeben», erklärte Projektleiter Elmin Jelecevic vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) am «StrasseFäscht». Probleme bereiteten etwa das Grundwasser und die engen Platzverhältnisse.

65 Jahre alte Leitungen ersetzt

Jelecevic erinnerte daran, dass er im Oktober 2013 den Auftrag für eine Belagssanierung der K 376 erhalten hatte. Man habe dann aber rasch gemerkt, dass deutlich mehr notwendig sei, weil die Infrastruktur der Gemeinde, die teils bis zu 65 Jahre alten Leitungen, ersetzt werden musste. Es gab schliesslich über 7000 Kubikmeter (500 Lastwagenladungen) Aushub, es wurden über 1100 Kubikmeter Beton verbaut, über 100 neue Schachtdeckel und über 3200 Meter Randsteine versetzt. So es die Strassenparzellenfläche erlaubte, wurde der Gehweg auf 2 Meter Breite ausgebaut und die Fahrbahnbreite punktuell bis 6,50 Meter erweitert.