Möriken-Wildegg
Am Tulpenzwiebelmarkt auf Schloss Wildegg gibt es neu auch Nüsse

Dieses Jahr hat die Tulpe am Tulpenzwiebelmarkt auf Schloss Wildegg Konkurrenz bekommen. 2013 geht es auch um die Nuss. Neu ist zudem, dass der Markt an zwei Tagen stattfindet.

Gabriela Gehrig
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Eine eigene Schlosstulpe zu pflanzen, ist für Kinder ein besonderes Erlebnis.

Eine eigene Schlosstulpe zu pflanzen, ist für Kinder ein besonderes Erlebnis.

Gabriela Gehrig

Mitten im Herbst dreht sich jeweils auf Schloss Wildegg alles um bunte Frühlingsboten – die Tulpen. Beim Tulpenzwiebelmarkt werden mehr als hundert Sorten feilgeboten, darunter auch elf historische Raritäten. Von Wildtulpen bis zu lilienblütigen Tulpen findet man an diesen Tagen alles, was Tulpenherz und grüner Daumen begehren.

Die Tulpe hat eine bewegte Geschichte. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts wurde sie aus der Türkei nach Westeuropa gebracht. Mit der schönen Blume wurde fleissig gezüchtet und auch getauscht, so mauserte sich die Tulpe zum Spekulationsobjekt. In den Niederlanden kam es sogar zu einer wahren Tulpenhysterie, während der für die Pflanzenzwiebeln bisweilen wahnwitzige Preise bezahlt wurden.

Nachdem der Markt 1637 abrupt einbrach, wurde die Tulpe allmählich auch für den normalen Bürger erschwinglich und verbreitete sich in den Gärten Europas als Zierpflanze. So auch auf Schloss Wildegg, wo die Besucher in diesen Tagen ihre eigene «Schlosstulpe» einpflanzen dürfen.

Konkurrenz

Dieses Jahr hat die Tulpe Konkurrenz bekommen. Es dreht sich, wie schon im letzten Jahr, nicht alles um die Blume, sondern auch um die Nuss und den «GeNuss». Anders als die Tulpe, die erst in der Frühen Neuzeit den Weg in unsere Gärten fand, waren Hasel- und Baumnuss schon (fast) immer da. Nicht umsonst säumt eine Nussbaumallee den Weg hinauf zum Schloss Wildegg. Während die Haselnuss eine einheimische Baumart ist, wurde die Baumnuss erst während griechischer Zeit nach Europa gebracht. Nach Deutschland soll sie sogar erst durch die Römer gelangt sein. Auf Schloss Wildegg widmet man den nützlichen Nüssen eine Ausstellung mit 60 verschiedenen Baumnuss- und 25 Haselnusssorten. Den Besucher erwarten auch kulinarische Genüsse rund um die Nuss. Zudem wartet der Pilzverein Rupperswil mit einer Pilzausstellung und köstlichem Pilzragout auf.

Neu ist in diesem Jahr, dass der Markt an zwei Tagen stattfindet. «So können mehr persönliche Gespräche und Beratungsgespräche stattfinden und auch Erfahrungen ausgetauscht werden», erklärt Schlossverwalter Erland Eichmann. Die Tulpen seien so begehrt, dass in den Jahren zuvor jeweils gleich nach der Öffnung ein wahrer Run auf die Zwiebeln stattgefunden habe.

Der Tulpenzwiebelmarkt auf Schloss Wildegg ist am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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