Lenzburg
Am Tisch tagen die Geister des Lenzburger Bezirksschulhauses

In Lenzburg führen 350 Bezirksschülerinnen und -schüler des Angelrain-Schulhaus, 36 Lehrer und 1 Theaterpädagoge das Stück «… die Geister, die ich rief» auf. Bei der Aufführung nutzt das Theater das komplette Schulhaus.

Barbara Vogt
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Theater in Lenzburg von Bezirksschülern
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Geisterhaft ist die Szene, in welcher tote Schulräte tagen.
Wiederauferstandene Kadetten im diffusen Licht.

Theater in Lenzburg von Bezirksschülern

Emanuel Freudiger

Im Angelrain-Schulhaus spukt's: Im Keller tanzen verstorbene Abwarte und im Schulgang tagen tote Schulpfleger. Es gibt geisterhafte Kadetten, konservierte Hippieschüler.

Heraufbeschworen werden die Geister im jüngsten Theaterprojekt der Bezirksschule. Aussergewöhnlich ist nicht nur der Titel «... die Geister, die ich rief», sondern auch die Anzahl der Beteiligten: 350 Schülerinnen und Schüler, 36 Lehrer, 1 Theaterpädagoge. Eine Herausforderung für alle, auch was die Logistik anbelangt. Wo bringt man so viele Personen und Besucher im Angelrainschulhaus unter?

Die Verantwortlichen lösen das Problem geschickt: Sie bespielen das ganze Schulhaus. Im ersten Teil des Theaters machen sich die Zuschauer zu einem Stationenweg durchs Schulhaus auf. Im Keller, in den Schulzimmern und Gängen, sogar im Estrich gibts dreiminütige Theatersequenzen. In der Aula kommt es zum grossen Finale, auch wenn nicht alle Schüler zusammen auf der Hauptbühne erscheinen.

Rektor gegen Schulleiterin

Letztmals gabs vor acht Jahren eine solch grosse Inszenierung. Bevor die Bezler das alte Gebäude verlassen, wollen sie jetzt nochmals miteinander spielen. In ihrem Stück erweisen sie der guten alten Bezirksschule die letzte Ehre. Das geschieht, in dem sie die Geister hervorrufen, sie in surreale wie auch witzige Figuren kleiden.

Doch die Handlung geht weit über ein Spuktheater hinaus. In einer weiteren Geschichte im Theater wird der Gegensatz der früheren Schule, in der es einen Rektor gab und, in der es gemächlich zu- und herging, sowie dem heutigen wirtschaftsorientierten Unternehmen Schule beleuchtet.

Die Hauptpersonen: Rektor Altmann, stur und manchmal überfordert Schulleiterin Schnell, jung und dynamisch, ein Stadtrat, der sich eine effizientere Schule erhofft. Allerdings macht er die Rechnung ohne die Geister.

Den Schülern bereitet die turbulente Inszenierung Spass. «Sie haben viele eigene Ideen eingebracht», freuen sich die Lehrer. Eine Schülerin, siehts pragmatischer: «Hauptsache wir haben keine Schule. Da darfs im Schulhaus schon etwas spuken.»

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