Lenzburg
Am Morgen komponieren, am Mittag schreiben und am Abend malen

Vor 25 Jahren starb der Lenzburger Universalkünstler: Die Peter-Mieg-Stiftung lädt aus diesem Anlass zu einer Verkaufsausstellung in Miegs Wohnhaus Sonnenberg.

Fritz Thut
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Stiftungsratsvizepräsidentin Anne Marie Carrel mit Bilder von Peter Mieg. Fritz Thut

Stiftungsratsvizepräsidentin Anne Marie Carrel mit Bilder von Peter Mieg. Fritz Thut

Fritz Thut

In vielen Lenzburger Wohnstuben hängen schon Stillleben von Peter Mieg. Zum 25. Todestag des Lenzburger Universalkünstlers veranstaltet die Peter-Mieg-Stiftung über die nächsten beiden Wochenenden im Haus Sonnenberg eine Verkaufsausstellung mit weiteren Werken aus dem umfangreichen Nachlass. Wer zu Hause noch eine weisse Wand hat, kann sich mit einem der bunten Aquarelle eindecken.

Geregelter Tagesablauf

Im Haus Sonnenberg hängen nun an nahezu allen freien Wänden Gemälde von Peter Mieg. Rund 100 Werke stehen zum Verkauf. Dies ist bei weitem nicht alles, was der Universalkünstler der Nachwelt hinterlassen hat. «Rund 800 Bilder sind im Archiv noch vorhanden», sagte Anne Marie Carrel, Vizepräsidentin der Peter-Mieg-Stiftung bei einem Vorab-Augenschein im Haus, das Mieg von 1939 bis zu seinem Tod im Jahr 1990 bewohnt hatte.

Spuren um nicht zu sagen der Geist des Künstlers sind hier omnipräsent. Einige Zimmer im aus dem 18. Jahrhundert stammenden Berner Landhaus hat die Stiftung so belassen, wie sie Peter Mieg hinterlassen hat. Und so kann der Besucher nachvollziehen wie der Künstler gelebt und vor allem gearbeitet hat.

Entgegen den landläufigen Ansichten über den Eifer von Künstlern muss Mieg ausserordentlich diszipliniert gewesen sein, wobei er den Tag unter seinen drei Hauptpassionen aufteilte: «Am Morgen hat er komponiert, am Mittag geschrieben und am Abend gemalt», so Stiftungsrätin Carrel.

Jeden Tag ein Bild

Die Disziplin ging so weit, dass Peter Mieg jeden Tag ein Bild malte. Sein angestammter Platz zum Malen war ein Schemel im eher engen Korridor. Gegenüber hatte die Haushälterin jeden Tag einen neuen Blumenstrauss oder eine Früchtegruppe auf einem Tischchen zu arrangieren.

Eine kleine Funzel lieferte leidlich Licht. Die satten und für Mieg typischen Hintergrundfarben hatte der Künstler wohl im Kopf gespeichert oder während des Tages im weitläufigen Garten des Hauses Sonnenberg aufgesogen.

Bei dieser Produktivität ist es nicht erstaunlich, dass der Bildervorrat immer noch üppig ist. In der aktuellen Ausstellung werden Exemplare aus verschiedenen Schaffensperioden angeboten. «Zu teilweise recht erschwinglichen Preisen», wie Anne Marie Carrel betont. «Zu Lebzeiten hat Peter Mieg für seine Bilder wesentlich mehr verlangt.»

Verkaufsausstellung im Haus Sonnenberg (Schlossgasse 50, Lenzburg). Freitag, Samstag und Sonntag 18., 19. und 20., sowie 25., 26. und 27. September, jeweils von 14 bis 19 Uhr.

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