Staufen
Am Freilichttheater auf dem Staufberg schlemmen wie die Römer

Das Verpflegungsangebot beim Freilichttheater auf dem Staufberg ist dem Thema angepasst. Auf der Speisekarte stehen Menus die vor 2000 Jahren schon die Römer assen.

Heiner Halder
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Metzger Andreas Merz und Festwirt Pascal Furer bei der Wurstprobe: Es schmeckt köstlich. HH.

Metzger Andreas Merz und Festwirt Pascal Furer bei der Wurstprobe: Es schmeckt köstlich. HH.

Bratwurst und Pommes werden an jedem Feld-, Wald- und Wiesenfest aufgetischt. Am Freilichttheater auf dem Staufberg hingegen wird standesgemäss wie einst bei Vatto geschlemmt.

«Wir führen vorwiegend Speisen und Getränke, die so oder ähnlich vor rund 2000 Jahren möglich waren. Es freut uns, Sie mit teilweise etwas Ungewohntem, aber trotzdem Feinem, verwöhnen zu dürfen» schreibt Festwirt Pascal Furer auf der Speisekarte.

Entsprechend sind die kulinarischen Köstlichkeiten auf Lateinisch oder in «Küchenlatein» aufgeführt. Hochgelehrte Lateiner mögen das verzeihen und mit einem Schluck Vinum nachspülen.

Leicht pikant, kernig, saftig

Unter dem Begriff «Aliter Lenticulam» zum Beispiel wird ein Linseneintopf mit «Vatto-Wurst» offeriert. Letztere ist eine exklusive Eigenkreation von Metzger Andreas Merz aus Schafisheim. Die Rohwurst aus Schweizer Schweine- und Rindfleisch im Rinderdarm ist mediterran gewürzt und bereichert mit Fenchelsamen und Kreuzkümmel.

Sie wird im heissen Wasser gebrüht und kommt immer frisch auf den Tisch. Die Wurstprobe mit Wirt und Wurster offenbart ein feines Produkt, leicht pikant, kernig, saftig, elegant im Abgang und gut verdaulich.

Auch das Römerbrot ist eine Spezialanfertigung für das Theater. Beck Georges Gradwohl aus Staufen ist der Erfinder des chüschtigen runden Ruchbrotes aus Ruchmehl, Vollkornmehl und Roggenschrot, das sich in viele handliche Stücke brechen lässt.

Auch Getränke romanisiert

Auf der «Römerplatte» werden Speck, Schafskäse und Eingelegtes serviert, der Blattsalat ist mit Kichererbsen und Pinienkernen bereichert. Vegetarier bevorzugen «Puls», eine Getreide-Gemüse-Komposition. Zum Dessert gibt es «Suavillum», süssen Honig-Mohnkuchen nach original römischem Rezept.

Selbstverständlich sind auch die Getränke romanisiert: Vindonissa-Wy albus und ruber, «Vinum Malum» (Apfelwein) und «Vinum Spumantum» (Apfelschaumwein), «Cervisia Triticum» (Urweizenbier) und «Cervisia Aper» (Wildschweinbier), «Posca» (Holunderblütenessigwasser alkoholfrei) und Aqua mit und ohne Blöterli, «Aqua Dulciarius» (Holunderblütensirup) und «Malus Liquidus» (Süssmost) löschen den Durst. Mit «Cafeum Dilirium» (Kaffee, Tee) schliesslich wird die Mahlzeit abgerundet.

Die Theaterbeiz ist jeweils ab 18 Uhr geöffnet, die Aufführungen beginnen um 20 Uhr. Übrigens: Die lukullischen Lustbarkeiten können, wie das bei den einfachen Römern auch üblich war, im Sitzen und am Tisch genossen werden. Nur die reichen Römer pflegten liegend zu speisen; schliesslich wurde dabei auch noch allerhand anderes vernascht.

Billett-Vorverkauf: www.theater-staufberg.ch oder auf der neuen Gemeindekanzlei Staufen.