Das Quartier «Im Lenz» polarisiert. In der früheren «Verbotenen Stadt», wo die Hero hinter verschlossenen Toren Konfitüre kochte, entstehen seit 2013 zwölf Gebäude-Komplexe mit Altersresidenz. Im Herzen des Quartiers liegt der Markus-Roth-Platz. Eine Betonwüste mit gesichtslosen Bauten, sagen Kritiker.

«Am Anfang sind wir etwas erschrocken, wie viele Leute hier einziehen sollen. ‹Im Lenz› ist eine extreme Erweiterung der Stadt, doch leider wurde die städtische Infrastruktur nicht daran angepasst. Der Bahnhof ist ja jetzt schon völlig überlaufen. Das Quartier scheint uns noch recht tot. Es wurde ja zu diesem Zweck gebaut: ‹Im Lenz› wohnen, in Zürich arbeiten. Deshalb wird es wohl anonym bleiben. Ausser, in die unteren Etagen ziehen gute Geschäfte und Restaurants ein. Doch auch dann, ist nicht die Altstadt attraktiver? Vielleicht braucht die ganze Entwicklung ‹Im Lenz› einfach noch ein bisschen Zeit.»

Rahel und Patrick König mit Marlo und Alena (Lenzburg)

«Am Anfang sind wir etwas erschrocken, wie viele Leute hier einziehen sollen. ‹Im Lenz› ist eine extreme Erweiterung der Stadt, doch leider wurde die städtische Infrastruktur nicht daran angepasst. Der Bahnhof ist ja jetzt schon völlig überlaufen. Das Quartier scheint uns noch recht tot. Es wurde ja zu diesem Zweck gebaut: ‹Im Lenz› wohnen, in Zürich arbeiten. Deshalb wird es wohl anonym bleiben. Ausser, in die unteren Etagen ziehen gute Geschäfte und Restaurants ein. Doch auch dann, ist nicht die Altstadt attraktiver? Vielleicht braucht die ganze Entwicklung ‹Im Lenz› einfach noch ein bisschen Zeit.»

Andere sehen hier das Lenzburg der Zukunft: ein urbanes Quartier mit rund 500 Wohnungen und Gewerbeflächen für etwa 800 Arbeitsplätze, dies gleich neben dem Lenzburger Bahnhof. Von hier fährt der Zug in rund 20 Minuten an den Zürcher Hauptbahnhof.

«Diese dichte Wohnform ist die Zukunft. Je mehr Leute es sind, desto mehr muss man solche Wohnformen annehmen. Wir wohnen direkt auf der anderen Seite der Bahnlinie und haben Freude, dass ‹Im Lenz› neue Wege durch die Stadt eröffnet, dass der Aabachraum näher an die Leute kommt. Ja, das Quartier könnte mit mehr Leben gefüllt werden: Wenn wir vorbeikommen, ist der zentrale Markus-Roth-Platz oft menschenleer. Das ist schon ein spezielles Gefühl, so mitten im Wohnquartier. Es bräuchte mehr Kinder, sie bringen automatisch Leben mit.»

Andrea und André Zehnder mit Mateo und Noé (Lenzburg)

«Diese dichte Wohnform ist die Zukunft. Je mehr Leute es sind, desto mehr muss man solche Wohnformen annehmen. Wir wohnen direkt auf der anderen Seite der Bahnlinie und haben Freude, dass ‹Im Lenz› neue Wege durch die Stadt eröffnet, dass der Aabachraum näher an die Leute kommt. Ja, das Quartier könnte mit mehr Leben gefüllt werden: Wenn wir vorbeikommen, ist der zentrale Markus-Roth-Platz oft menschenleer. Das ist schon ein spezielles Gefühl, so mitten im Wohnquartier. Es bräuchte mehr Kinder, sie bringen automatisch Leben mit.»

Mit dem Projekt «Transformator» will die Lenzburger Kulturkommission Kunst, Farbe und Leben ins noch karge Quartier bringen. Den ganzen Sommer animierten Erdbeeren in alten Hero-Dosen Bewohner und Besucher vom «Im Lenz» zum Pflücken auf dem Markus-Roth-Platz.

«Die Wohnblöcke rundherum sind voll. Meine Frau und ich sind im April 2016 ‹Im Lenz› eingezogen. Wir haben vor allem Leute aus dem gleichen Block kennen gelernt. Im Grossen und Ganzen kann ich sagen: Es lebt sich gut ‹Im Lenz›. Das Wichtigste ist die Nähe zum Bahnhof, da wir kein Auto haben. Schön ist auch, dass jeder Block seinen eigenen Stil hat, nicht alles gleich aussieht. Weniger gefällt mir der Markus-Roth-Platz: Ich hätte mir mehr Grün mit Bäumen und Bänken gewünscht. Zudem hoffe ich, dass es im Quartier nun ruhiger wird: In den letzten Monaten hatten wir einfach immer Baulärm.»

Patrick Jenni mit Julina

«Die Wohnblöcke rundherum sind voll. Meine Frau und ich sind im April 2016 ‹Im Lenz› eingezogen. Wir haben vor allem Leute aus dem gleichen Block kennen gelernt. Im Grossen und Ganzen kann ich sagen: Es lebt sich gut ‹Im Lenz›. Das Wichtigste ist die Nähe zum Bahnhof, da wir kein Auto haben. Schön ist auch, dass jeder Block seinen eigenen Stil hat, nicht alles gleich aussieht. Weniger gefällt mir der Markus-Roth-Platz: Ich hätte mir mehr Grün mit Bäumen und Bänken gewünscht. Zudem hoffe ich, dass es im Quartier nun ruhiger wird: In den letzten Monaten hatten wir einfach immer Baulärm.»

Am Samstag legte die Kulturkommission nach und verwandelte den Platz mithilfe des Elternvereins in einen Spielplatz. Werner Christen von der Transformator-Begleitgruppe ist überzeugt: «Nur wenn das neue Quartier «Im Lenz» auch für Kinder ein Ort voller Möglichkeiten ist, wird dieses Blockfeld voller Neuzuzüger keine anonyme Schlafstadt.» Was am Samstag auffiel: Die grosse Mehrheit der Besucher ist nicht «Im Lenz», sondern im restlichen Lenzburg oder umliegenden Dörfern zu Hause.