Lenzburg
Am Chlausmarkt am 12. Dezember wird ein neues Konzept getestet

Ein publikumsfreundlicher Rundgang und ein erweitertes Angebot sollen den serbelnden Mai-Markt beleben. Der Chlausmarkt soll zuvor aber Hinweise liefern, ob die eingeschlagene Richtung tatsächlich bei den Marktbesuchern ankommt.

Ruth Steiner
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Die Gartenbahn Staufen soll künftig mehr Besucher insbesondere an den Lenzburger Mai-Markt locken.zvg

Die Gartenbahn Staufen soll künftig mehr Besucher insbesondere an den Lenzburger Mai-Markt locken.zvg

Sinkende Besucherzahlen, laufend weniger Marktstände, halb leere Gassen: Im Gegensatz zum Chlausmarkt, der alljährlich zahlreiche Marktbegeisterte in die Lenzburger Altstadt lockt, wurde das Markt-Geschehen im Frühling in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem traurigen Anblick. Die Auflösung stand wie ein Damoklesschwert über dem traditionsreichen Mai-Markt.

«Ja», bestätigt Herbert Furter, bei der Regionalpolizei für die Märkte zuständig, «die Streichung der Veranstaltung wurde ernsthaft geprüft.»

In einer gemeinsamen Sitzung des Stadtrats, des Stadtmarketings und der Repol wurde jedoch beschlossen, mit einem neuen Konzept den langjährigen Lenzburger Brauch mit neuen Inspirationen zu beleben. Diese Idee wird vom Schweizerischen Marktverband unterstützt. Dessen Präsident Helmuth Achermann sass ebenfalls mit am Tisch.

Raclette und Streichelzoo

«Der Marktverlauf erfährt einige Anpassungen. Mit den bisher im Umfeld des alten Gemeindesaals aufgestellten Ständen wird der Markt in der Poststrasse weiter um die Kirche herum in die Kirchgasse geführt», erklärt Furter.

Das Geschehen im Bereich Metzgplatz wird neu gestaltet. Ein Streichelzoo und die Gartenbahn Staufen (mit Haltestelle im Schärmen unter den Arkaden) sollen vermehrt Publikum anlocken. Ebenso wie auch das kulinarische Angebot der beiden Rathausgasse-Restaurateure von «Bärli» und «Hirschen». «Wir laden zum Racletteschmaus und sind gespannt auf die Reaktionen der Besucher», sagt «Hirschen»-Wirt Markus Roth.

Chlausmarkt als ersten Test

Der publikumsintensive Chlausmarkt am 12. Dezember wird Hinweise liefern, ob die eingeschlagene Richtung tatsächlich ankommt. Das Ziel für den Mai-Markt ist definiert: Der Lenzburger Frühlingsmarkt ist von derzeit 140 sukzessive analog dem Chlausmarkt auf 180 Stände zu erhöhen. Geht die neue Strategie auf, so ist laut Herbert Furter eine Ausdehnung des Marktspektakels auf die Promenade denkbar.

Die Umstellung des Marktes hat Konsequenzen für den Busbetrieb. Die Regionalen Busbetriebe verlegen die Haltestelle Hypiplatz am Markttag an den Gertrud-Villiger-Platz.

Nachgefragt bei Helmuth Achermann Helmuth Achermann ist Präsident der Sektion Zentralschweiz des Schweizerischen Marktverbandes. Mit seiner Spico GmbH, Ballwil, ist er als Marktfahrer mit Confiserieprodukten regelmässig auf den Märkten der Zentralschweiz anzutreffen. Welche Bedeutung hat Lenzburg für einen Marktfahrer? Da unsere Frühlingssaison relativ kurz ist, sind wir auf alle Märkte in dieser Zeit angewiesen. Weshalb ist es Ihnen ein Anliegen, dass der Mai-Markt in Lenzburg weitergeführt wird? Der Lenzburger Markt hat eine lange Tradition. Es wäre deshalb äusserst schade, wenn er eingehen würde. Glauben Sie, dass die vorgesehenen Neuerungen reichen, um diesen nachhaltig zu beleben? Es sind einige Anstrengungen nötig. Das neue Standkonzept ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es braucht noch zusätzliche Werbeaktionen, um die Bevölkerung auf den schönen Mai-Markt aufmerksam zu machen. Der Schweizerische Marktverband wird aktive Unterstützung anbieten. Ich bin überzeugt, dass wir langfristig einen interessanten und abwechslungsreichen Mai-Markt in der historischen Altstadt von Lenzburg erhalten können.  

Nachgefragt bei Helmuth Achermann Helmuth Achermann ist Präsident der Sektion Zentralschweiz des Schweizerischen Marktverbandes. Mit seiner Spico GmbH, Ballwil, ist er als Marktfahrer mit Confiserieprodukten regelmässig auf den Märkten der Zentralschweiz anzutreffen. Welche Bedeutung hat Lenzburg für einen Marktfahrer? Da unsere Frühlingssaison relativ kurz ist, sind wir auf alle Märkte in dieser Zeit angewiesen. Weshalb ist es Ihnen ein Anliegen, dass der Mai-Markt in Lenzburg weitergeführt wird? Der Lenzburger Markt hat eine lange Tradition. Es wäre deshalb äusserst schade, wenn er eingehen würde. Glauben Sie, dass die vorgesehenen Neuerungen reichen, um diesen nachhaltig zu beleben? Es sind einige Anstrengungen nötig. Das neue Standkonzept ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es braucht noch zusätzliche Werbeaktionen, um die Bevölkerung auf den schönen Mai-Markt aufmerksam zu machen. Der Schweizerische Marktverband wird aktive Unterstützung anbieten. Ich bin überzeugt, dass wir langfristig einen interessanten und abwechslungsreichen Mai-Markt in der historischen Altstadt von Lenzburg erhalten können.  

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