Lenzburg
Alterssiedlung im Billigsegment – Pavillons sollen durch Neubau ersetzt werden

Vor fast fünfzig Jahren wurden die Pavillons mit den Alterswohnungen am Mühleweg gebaut. Jetzt sollen sie ersetzt werden.

Janine Gloor
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Zwischen dem Alterszentrum (l.) und dem Neubau entsteht ein Park und freier Blick auf die obere Mühle.

Zwischen dem Alterszentrum (l.) und dem Neubau entsteht ein Park und freier Blick auf die obere Mühle.

Die Architektur mag avantgardistisch angemutet haben, der Innenausbau war jedoch mit Badewannen und Treppen aus heutiger Sicht denkbar schlecht für Betagte.

Im Zuge einer Sanierung wurden die Badewannen aus Kostengründen durch Duschtassen mit hohem Rand ersetzt. «Diese Hindernisse hatten zur Folge, dass Bewohner aus den Alterswohnungen ins Alterszentrum umziehen mussten», sagt Heidi Berner, Verwaltungsratspräsidentin der Oberen Mühle Alterswohnungen AG (OMA). Die Bewohner der Alterswohnungen leben selbstständig, können vom Alterszentrum nach Bedarf Leistungen beziehen.

Die altersungerechten Pavillons waren der Anstoss für das Projekt OMA 2020. «Wir haben geprüft, ob sich die Pavillons aufstocken und altersgerecht umbauen lassen», sagt Fred Zimmerli, Architekt und Verwaltungsrat der Obere Mühle Alterswohnungen. Doch das sei nicht machbar gewesen. Deshalb hat die OMA fünf Architekturbüros aus der Region zu einem Wettbewerb eingeladen und am 19. Oktober beschlossen, das Projekt der Stoos Architekten aus Brugg zu realisieren. Dasselbe Architekturbüro hat auch schon das Gebäude für die Wohnungen 16+ an der Ringstrasse Nord entworfen.

Maximal 1200 Franken Miete

Das Siegerprojekt mit dem Namen Opa Mühler besteht aus einem viergeschossigen Gebäude, das in einer Bauphase fertiggestellt werden kann. Zwei Pavillons müssen bereits zu Beginn weichen, während ein dritter bis zum Schluss stehen bleibt, sodass die Bewohner direkt umziehen können. Im Neubau befinden sich 39 Wohnungen à 1,5 und 2,5 Zimmer. Wichtigste Information zu den neuen Wohnungen ist der Preis: «Unser Ziel ist eine Miete von 1000 bis maximal 1200 Franken», sagt Heidi Berner. «Wir wollen altersgerechte Wohnungen für Menschen, die AHV und Ergänzungsleistungen beziehen.»

Aus diesem Grund haben die Wohnungen etwa auch keinen eigenen Balkon. «Es war eine Schlacht bis zum Schluss, damit wir dieses Preissegment erreichen konnten», sagt Zimmerli. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden sich auf jedem Stock auf zwei Loggias an der frischen Luft treffen können. Zudem wird der Neubau am südlichen Ende der Parzelle platziert, sodass zwischen dem Alterszentrum und den Alterswohnungen ein Park entsteht. Die genauen Projektkosten kann die OMA noch nicht beziffern. Zimmerli gibt jedoch an, dass die reinen Baukosten die budgetierten 8 Millionen Franken nicht überschreiten. Dass Bedarf an den neuen Wohnungen besteht, bezweifelt Heidi Berner nicht. «Das Bedürfnis nach Alterswohnungen in diesem Preissegment ist gross», sagt sie.

Bis Ende 2018 soll ein baureifes Projekt zur Eingabe bereit sein, der bezugsbereite Neubau soll Mitte 2021 anstelle der heutigen Pavillons stehen. Das Projekt bereitet einigen Senioren bereits heute sehr konkrete Sorgen. «Wir wurden gefragt, ob der Hund in die neue Wohnung ziehen dürfe», sagt Heidi Berner. Darf er. Andere beunruhigen die Zügelarbeiten. Berner und Zimmerli beruhigen: «Das Alterszentrum wird allen Bewohnern zur Seite stehen.»