Seengen

Alte Schmiedeutensilien werden gerettet

Vor der Renovation der alten Hammerschmiede räumen Vereinsmitglieder die Werkstatt

Jahrzehntealter Staub und Rost liegen in der Luft. Mit viel Elan und Einsatz putzen die Mitglieder des Vereins Hammerschmiede Seengen die alten Werkzeuge, schleifen mit Schmirgelpapier Hammerstiele glatt, bearbeiten Zangengriffe mit Drahtbürsten. Wer geübt ist, befestigt die antiken Schmiedeutensilien in einen Schraubstock und rückt dem Rost mit einer Poliermaschine zu Leibe.

Hammerschmiede Seengen

Hammerschmiede Seengen

Der Verein Hammerschmiede hat am Samstag zum ersten Arbeitstag aufgerufen, das Werkzeug der Hammerschmiede muss ausgeräumt, gereinigt, entrostet und eingelagert werden, damit das Gebäude für die Renovation bereit ist. Präsident Jörg Leimgruber freute sich über die gut 30 Helferinnen und Helfer, die dem Aufruf Folge leisteten und tatkräftig anpackten.

Wasser hat die Mauern vermoost

Im letzten Jahr war der Verein Hammerschmiede Seengen gegründet worden mit dem Ziel, die Renovationsarbeiten der im 1796 erbauten Schmiedewerkstatt zu unterstützen. Einerseits muss der von einem Wasserrad angetriebene, inzwischen gebrochene Wellenbaum, der die Schlaghämmer in Bewegung setzte, ersetzt werden. Andererseits bedarf das Gebäude selbst einer Sanierung, sind doch die Mauern richtiggehend vermoost, da vom darüber liegenden Weiher Feuchtigkeit eingedrungen ist. In einem ersten Schritt muss die alte Werkstatt ausgeräumt werden.

Der Verein ist noch jung, die Arbeitseinsätze sollen auch dem Kennenlernen dienen. Für die Pausen standen deshalb Kaffee und Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Doch die Arbeiten gingen trotzdem zügig voran, die mit rostigen Zangen und Hämmern vollbehängten Stangen und Haken in der alten Schmiede leerten sich zusehends.

Gearbeitet wurde vor allem in der modernen Werkstatt von Rudolf Sandmeier, dem Eigentümer der Hammerschmiede. Dort befreiten die Vereinsmitglieder die antiken Schmiedeinstrumente von Dreck und Rost. Die meisten gingen dabei mit Schmirgelpapier und Drahtbürste zu Werke, es standen aber auch Schleif- und Poliermaschinen zur Verfügung. «Wir wollen die Werkzeuge nicht zu stark bearbeiten, man soll es ihnen noch ansehen, dass sie gebraucht wurden», erklärte Jörg Leimgruber. Deshalb kamen keine chemischen Mittel zum Einsatz, Abnützungserscheinungen wie ausgebrochene Kanten an Schlaghämmern wurden nur sanft geglättet.

Dankbare Arbeit, trotz Staub

Auch wenn die Arbeiten in der staubigen und lauten Werkstatt für die meisten Helferinnen und Helfer ungewohnt waren, packten alle mit viel Enthusiasmus an. «Man sieht schnell einen Erfolg», erklärte Silvia Bachmann zufrieden, während sie mit einer Drahtbürste den Rost von einer Zange entfernte. «Wahrscheinlich habe ich bis zum Abend Muskelkater, aber die Arbeit geht gut.»

Auch der Tennwiler Rolf Häusermann bestätigte: «Es ist zwar staubig, aber nicht mühsam.» Beide sind der Ansicht, dass es wichtig ist, solche Zeitzeugen und wertvollen Arbeitsgeräte zu erhalten. Sie investieren deshalb gerne einen Samstag für die Hammerschmiede. Drei weitere Arbeitstage sind geplant, um die Werkstatt zu räumen, damit die nächsten Renovationsschritte in Angriff genommen werden können. Wenn alles nach Plan läuft, sollte in rund zwei Jahren die Hammerschmiede wieder betriebsbereit und der Öffentlichkeit nach Voranmeldung zugänglich sein.

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