Seon
Alte Druckerkunst in neuen Hallen präsentiert

Der Künstler Peter Hammer hat mit seiner Druckerwerkstatt eine neue Bleibe gefunden und lädt morgen Samstag zu einem Tag der offenen Tür. Auch Werke von Hammer selber sind da ausgestellt – unter anderem kleine zerklüftete Bergkulissen.

Gabriela Gehrig
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Unter den fachkundigen Augen von Peter Hammer wird eine Kupferplatte zum Bild. gge

Unter den fachkundigen Augen von Peter Hammer wird eine Kupferplatte zum Bild. gge

Rund 20 Tonnen Ware hat Peter Hammer im Dezember bewegt. Und dies nicht zum ersten Mal. Bereits mehrere Male ist er mit seinen Druckwalzen, Maschinen und Lithografiesteinen umgezogen, zuletzt von seinem Atelier auf dem Areal der alten Bürsti in Oberentfelden nach Seon in die ausgebauten Kellerräume der Fent AG, wo einst Schuhe hergestellt wurden.

Vergessene Techniken

Einige der Druckmaschinen im «Atelier Druckform» haben schon mehr als ein Jahrhundert auf dem Buckel und sind echte Raritäten.

Die meisten Druckerpressen seien dazumal dem Offset-Druck zum Opfer gefallen und wurden oft ganz zerstört, daher gäbe es nicht mehr viele, erklärt Peter Hammer und fügt hinzu: «Heute arbeiten nur noch Künstler mit solchen Maschinen».

Insbesondere die Lithografie – der Steindruck – ist heute kaum noch irgendwo anzutreffen. Anders bei Peter Hammer. In seiner Druckerwerkstatt praktiziert er vom Flachdruck über Hochdruck bis zum Tiefdruck fast alle Künstlerdrucktechniken.

Tag der offenen Tür

Morgen Samstag, 22. Juni, zwischen 10 und 17 Uhr steht das Atelier Druckform am Jägersteg 2 in Seon allen Interessierten offen. Ob man selber einen Druck gestalten, die Werke bewundern und deren Entstehung beobachten oder ganz einfach etwas über die Drucktechniken lernen möchte, ist jedem selber überlassen. (az)
www.atelier-druckform.ch

Sein umfangreiches Wissen gibt er dabei auch weiter. Zurzeit führt er drei verschiedene Kurse durch, in denen die Teilnehmer das nötige Know-how erlernen und ihre eigenen Drucke herstellen.

Hammer, der schon viele Jahre pensioniert ist, tut dies vor allem aus Leidenschaft. «Ich möchte mein Wissen weitergeben, damit diese Verfahren nicht verloren gehen», erklärt er.

Ausstellung in der Galerie

Was in den verschiedenen Kursen entsteht, kann man in der Galerie bewundern, die der Werkstatt angehängt ist. Eine unglaubliche Vielfalt von Stilen und Techniken präsentiert sich hier dem Besucher.

Auch Werke von Peter Hammer selber sind da ausgestellt. Unter anderem kleine zerklüftete Bergkulissen, die ohne einen einzigen Pinselstrich entstanden sind.

Am nächsten Samstag stehen Atelier und Galerie allen Interessierten offen. Die Kursteilnehmer können bei der Arbeit beobachtet werden und erteilen Auskunft. Wem das nicht genug ist, der darf auch selber Hand anlegen. «Wer Ideen hat, der darf kommen und machen!», lacht Hammer.

Ob man dabei zeichnerisch begabt ist und selber eine Linolplatte bearbeiten kann oder nicht, das spielt keine Rolle, denn mit so ziemlich jedem flachen Material lässt sich ein Druck gestalten – sei es nun Holz oder ein Stück von einem Jutesack.