Das Kompliment aus dem Munde der Sozialministerin des Kantons Aargau muss den «Länzerthus»-Verantwortlichen den Hals hinuntergeronnen sein wie flüssiger Honig: «Wenn man das hier mit den Altersheimen vor 50 Jahren vergleicht, dann ist das wirklich toll. Damals waren die Altersheime trostlos und dienten einzig als Abstellgleis. Dieser Bau hier ist schön und toll», sagte Regierungsrätin Franziska Roth bei der Einweihung des neuen Pflegekomplexes im Alters- und Pflegeheim Länzerthus.

Und: «Es ist schön, dass so etwas, wie hier gebaut wurde, möglich ist. Der neue Komplex ist ja ausschliesslich auf die Pflege ausgerichtet. Mit der Idee, dass die Leute möglichst lange zu Hause bleiben können und erst ins Pflegeheim kommen, wenn es nicht mehr anders geht.»

Regierungsrätin Franziska Roth flankiert von «Länzerthus»-VR-Präsidentin Nicole Sehringer und Vize Roland Huggler.

Regierungsrätin Franziska Roth flankiert von «Länzerthus»-VR-Präsidentin Nicole Sehringer und Vize Roland Huggler.

Die Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales war aus Aarau angereist, um bei der Eröffnung des über 40 Millionen Franken teuren Neubaus dabei zu sein und das symbolische rote Band für den Betriebsstart zu durchschneiden. Zur Freude und, wie es den Anschein machte, auch ein bisschen zur Überraschung im «Länzerthus», dass die Agenda der Regierungsrätin diesen Termin erlaubte. Man habe Frau Roth eingeladen und sie habe zugesagt, hiess es.

Tiefere Baukosten

Viel Lob, wie bei derartigen Gelegenheiten üblich, gab es auch von den übrigen Festrednern. Besonders gross war die Freude bei der Bauherrin. Nicole Sehringer, Präsidentin des Verwaltungsrats der Alters- und Pflegeheim Länzerthus AG, fasste den gesamten Bauprozess in wenigen Worten zusammen: «Ich bin extrem zufrieden, das Ergebnis ist sehr gut. Überrascht war ich davon, wie wenig Schwierigkeiten es gab, dafür bin ich sehr dankbar.»

Ein Kränzchen an die Adresse der «Länzerthus»-Verantwortlichen gab es vom zuständigen Architekten Nidermann Sigg Schwendener Architekten AG, Zürich: «Der Bauherr hat sehr gut mitgemacht und war für vieles offen, womit andere Mühe bekunden, etwa Sichtbeton. Hier war das alles kein Problem», sagte Architekt Thomas Schwendener.

Zufriedenheit herrschte auch, was die Kosten anbelangt: Obwohl noch nicht alle Abrechnungen vorliegen und noch nicht ganz klar ist, wie viel der Neubau kostet, rechnet VR-Präsidentin Sehringer mit einem Betrag in der Grössenordnung von zehn Prozent unter dem Kostenvoranschlag von 46 Millionen Franken.

Gspänli für die Büsi

Eine Katzenleiter war beim Projektwettbewerb vor sechs Jahren ein wichtiges Kriterium. Die Bauherrin, die Alters- und Pflegeheim Länzerthus AG, bestehend aus den Trägergemeinden Rupperswil, Auenstein, Hunzenschwil und Schafisheim, hatte es so verlangt. Seit Jahren schon leben Katzen in der «Länzerthus»-Wohngemeinschaft. Derzeit sind es Blacky und Grillo, die durch das Gebäude tigern und sich von den Bewohnern streicheln und hegen lassen. Laut VR-Präsidentin Nicole Sehringer soll dereinst auf jeder Etage ein Büsi wohnen.

Anstelle des alten Hauses «Länzert» entsteht eine öffentliche Parkanlage und Begegnungszone für das ganze Dorf.

Anstelle des alten Hauses «Länzert» entsteht eine öffentliche Parkanlage und Begegnungszone für das ganze Dorf.

Auch für die Vierbeiner sei fast alles parat, erklärte Architekt Thomas Schwendener. Beinahe alles. Die Katzentüren sind montiert, einzig die Leitern an der Gebäudefassade fehlen noch. Nun, vielleicht pressiert’s damit auch gar nicht so; längst haben die Katzen einen bequemeren Weg entdeckt, um von einem Stockwerk ins andere zu gelangen. «Wir haben schon gemerkt, dass sie gerne Lift fahren. Sie stellen sich vor die Lifttür und gehen hinein, wenn sie sich öffnet. Als wäre es das Normalste der Welt», erklärte der Architekt schmunzelnd.

Restaurant heisst «Papillon»

Der Neubau wurde in anderthalbjähriger Bauzeit auf der grünen Wiese erstellt. Er grenzt an das Haus Stockert und ist mit diesem verbunden. Der ursprüngliche Name «Papillon», den die Architekten für das Wettbewerbsprojekt gewählt hatten, bleibt als Bezeichnung für das neue öffentliche Restaurant erhalten. Anfang März ziehen die Bewohner aus dem rund 40-jährigen Altersheim Länzert in das neue Haus. In der zweiten Jahreshälfte wird der Altbau abgerissen. An dessen Stelle entsteht eine Parkanlage für das ganze Dorf.