Prävention

Alain Sutter will die Jungen von Drogen und Alkohol abhalten

Gesprächsgäste für einen sauberen Sport: Bettina Schmid, Alain Sutter, Jürg Jenny, Marc Ringgenberger, Andrea Hollinger, Beni Zahner.

Gesprächsgäste für einen sauberen Sport: Bettina Schmid, Alain Sutter, Jürg Jenny, Marc Ringgenberger, Andrea Hollinger, Beni Zahner.

Die Seoner Jugendkommission setzt sich für einen sauberen Sport mit starken Vorbildern ein. Darutner der Ex-Tschütteler Alain Sutter.

Jugendliche kiffen, rauchen und trinken Alkohol. Aber: «Die Erwachsenen sind das Problem, nicht die Jugendlichen», sagt der Ex-Fussballprofi Alain Sutter. Der Leistungsdruck auf den Schultern von Kindern und Jugendlichen sei enorm – auch im Sport; die Suchtmittel eine Fluchtmöglichkeit.

Vergangenen Montag organisierte die Jugendkommission Seon eine Veranstaltung, die Sportler und Trainer im Dorf auf die Kampagne «cool and clean» (siehe Box) aufmerksam machen sollte. «cool and clean» setzt sich für einen sauberen Sport ein und zielt dabei auf die Vorbildfunk-
tion der Trainer. Über die Kampagne und die Umsetzung im Dorf diskutierten neben Alain Sutter die erfolgreiche Seoner Mountainbikerin Bettina Schmid, Fussballtrainer Jürg Jenny, der Seoner Jugendarbeiter Beni Zahner und Marc Ringgenberg von Swiss Olympic sowie die Gemeinderätin Andrea Hollinger.

Bitte kein Bier nach dem Match

«Cool and clean» ist in Seon nicht neu: Der Fussballtrainer Jenny nutze die angebotenen Materialen der Kampagne schon für einen Informationsstand an Turnieren und thematisiert die Idee vom sauberen, fairen Sport an Elternabenden. «Mir ist wichtig, dass Trainer auf dem Spielfeld nicht rauchen», meint Jenny. «Nicht rauchen, der Mannschaft nach dem Sieg kein Bier in die Kabine stellen und keinen Druck ausüben», das sind auch die Anliegen des Jugendarbeiters Zahner. «Man muss den Sport respektieren», sagt er treffend und erinnert sich an seinen Leichtathletiktrainer, der ihm als Kind ein Vorbild war.

Viele Sporttrainer hätten Mühe, ihre Vorbildrolle wahrzunehmen, sagt Ringgenberg von Swiss Olympic. Und Sutter doppelte nach, dass es nirgends so leicht sei wie im Sport, in eine Machtposition zu kommen.

Leidenschaft an erster Stelle

«Cool and clean» will dafür sorgen, dass Trainer ihre Verantwortung besser wahrnehmen können. Ringgenbergs und Sutters grösstes Anliegen ist, dass Leidenschaft und Freude am Sport an oberster Stelle stehen und nicht von Suchtmitteln und vom Leistungsdruck verdrängt werden. Leidenschaft sei das beste Mittel gegen Drogen, so der Grundtenor des Abends.

Oft setzen auch Eltern ihre Kinder grossem Druck aus, manchmal nicht einmal absichtlich. Die Mountainbikerin Bettina Schmid erzählte, dass ihre Mutter an Wettkämpfen, an denen sie schlecht abschnitt, oft Tränen in den Augen hatte: «Nicht, weil sie enttäuscht von mir war, sondern weil sie so mitlitt», erzählt Schmid.

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