Hunzenschwil
Aktionstag sensibilisiert Schüler für Fair Play

Schüler der 1. Oberstufe der Kreisschule Lotten lernten Fairness im Schulalltag. Nach einem Kurzfilm gings los. Spielerisch lernten die Jugendlichen, was Respekt gegenüber anderen bedeutet.

Marianne Wydler (Text und Fotos)
Drucken
Jugendliche lernen Fairplay

Jugendliche lernen Fairplay

wyd

Ein Schüler hält die Hand über die Augen, schaut suchend, wo in der Aula er sich setzen soll, andere nehmen schnell Platz in der Menge. Einige wirken angespannt, wissen nicht genau, was auf sie zukommt. Siebzig Jugendliche, alle im August neu in die Sekundar- oder Realschule eingetreten, widmeten sich gestern dem Thema Fair Play. An sechs Posten, welche alle im Laufe des Tags besuchten, entwickelten sie Ideen, hatten zusammen Spass und lernten neue Seiten voneinander kennen.

Ein kurzer Film zu Beginn erheitert die Schülerschaft. Er zeigt überspitzt, wie Fair Play verstanden werden kann. Während eines Marathons treten die Läufer nur an Ort, währenddem einer von ihnen austreten muss. Sobald er wieder zurück ist, laufen sie weiter. Die Standortleiterin schafft den Jugendlichen einen Bezug zum Begriff Fair Play: «Vielleicht kennt ihr Fair Play aus dem Sport. Dort bedeutet es, den Gegner zu achten und zu respektieren.»

Lehrende, der Jugendarbeiter und die Schulsozialarbeiterin bieten an diesem Tag sechsmal denselben Posten an, damit alle Jugendlichen das ganze Angebot durchlaufen können. Langweilig wird es ihnen dabei nicht, manche bringen gar ihre Talente ein. Die az hat den Jugendlichen zugeschaut, wie sie in gemischten Gruppen Posten absolvierten.

Nur gemeinsam gelingt es

In der Aula setzt sich eine Gruppe in einen Kreis, vor sich haben alle eine Trommel. «Schön gemütlich«, sagt der Lehrer und gibt den Rhythmus vor, die rechte und die linke Hand wechseln sich ab und schlagen zwei verschiedene Töne. Durchs Musizieren hören alle aufeinander, jeder ist gleich wichtig und trägt zum Gelingen bei. Ein Stockwerk höher, übt sich eine weitere Gruppe in Teamwork. Sechs Schüler halten je eine Schnur, welch an einer Scheibe befestigt ist. In der Mitte der Scheibe steckt ein Bleistift.

Nun gilt es, gemeinsam die Scheibe mittels der Schnüre auf einem Papier den Weg durch ein Labyrinth einzuzeichnen. «Wir sind besser», sagt ein Jugendlicher, darauf ergibt sich ein Austausch, was Fair Play sein könne.

Ein Schüler steuert den andern als Roboter durch den Raum. Wer sich führen lässt, hält die Augen zu. Nur mit drei verschiedenen Berührungen der Schultern darf der Roboter gelenkt werden. «Ich kann nicht so ganz vertrauen», sagt ein Junge.

Die eben noch befangene Stimmung löst sich bald auf. Im Kreis geben die Jugendlichen zuerst ein Klatschen, dann ein Stampfen weiter. Hier bleiben die Augen geöffnet, wer mit Klatschen dran ist, wendet sich dem Nächsten zu. So fällt es leicht, aufeinander zu achten.

Im nächsten Zimmer ist das Thema Mobbing angesagt. Die Schülergruppe bespricht dazu eine Fotogeschichte. Einige Kinder sitzen mit aufgestütztem Kopf oder verschränkten Armen da. Das Thema scheint zu berühren. «Wie fühlt man sich, wenn man gemobbt wird?», fragt der Lehrer. Hände schnellen in die Höhe: «Schlecht, dumm, ängstlich, unsicher, unnütz», zählen die Kinder auf.

Mut tut gut - fair handeln

«Viel Spass beim Tanzen.», wünscht ein dunkelhaariges Mädchen, das beim Wechsel Kameraden kreuzt. Die Gruppe, welche soeben getanzt hat, begibt sich in die Werkstatt zur Schulsozialarbeiterin.
An der Wand hängen Slogans, in Dialekt geschrieben, daneben die gestalteten Plakate der vorangegangenen Gruppen.

Auf jedem Plakat prangt ein grosses Fair-Play-Logo. Drei Knaben diskutieren «Mut tut gut - fair handeln». Die Sozialarbeiterin setzt sich hinzu, fragt nach, was der Slogan bedeute. Später schneiden sie Bilder aus Illustrierten und wählen miteinander, was zu Mut passt.

Bald ist Zeit für die Pause. Pro Gruppe gibt es ein Znüni. Doch ist dieses nicht abgezählt. Es gilt zuerst, den Brotlaib und die Schokolade, welche von den Reihen her nicht aufgeht, unter allen aufzuteilen.

Aktuelle Nachrichten