Hallwilersee

Abschied einer langen Ära: Die Kartontickets sind Geschichte

Die traditionellen Kartontickets im Holzkasten standen am Sonntag zum letzten Mal im Einsatz.

Die traditionellen Kartontickets im Holzkasten standen am Sonntag zum letzten Mal im Einsatz.

Am Sonntag gab es die letzten Kursfahrten der Schifffahrtsgesellschaft in dieser Saison. Zum allerletzten Mal wurden Kartonbillette aus den nostalgischen Holzkästen verkauft.

Sie sind am Aussterben und jetzt gibt es sie auch auf dem Hallwilersee nicht mehr: Die kleinen Fahrkarten aus solidem Karton, die für Generationen eng mit dem öffentlichen Verkehr verbunden sind.

Mit den letzten Kursfahrten der Saison 2013 ging vorgestern Sonntag die Ära der Kartonbillette im Seetal zu Ende. Die Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee (SGH) stellt mit dem Beginn des fahrplanmässigen Verkehrs im nächsten Jahr auf ein elektronisches System um.

Damit wird ein mit einer Tastatur versehenes Eingabegerät, das die gewünschte Fahrstrecke vor Ort ausdruckt, den nostalgisch anmutenden Holzkasten mit den vorgedruckten Tickets im Format von 30,45 auf 57 Millimeter ersetzen. Die genormten, 0,8 Millimeter dicken Billette wurden um 1840 vom englischen Eisenbahner Thomas Edmondson erfunden und sind nach ihm benannt.

Nur noch an drei Orten

SGH-Geschäftsführer Ueli Haller begründet den Modernisierungsschritt: «Es gibt fast niemand mehr, der diese Tickets verwendet. Neben uns ist mir nur noch die Schinznacher Baumschulbahn und die Stanserhornbahn bekannt. Zudem gibt es nur noch eine Druckerei – die Firma Aeschbacher in Worb – die sie herstellt.» Entsprechend haben sich die Kosten erhöht. Was nun mit den Billetten und Holzkästen passiert, ist laut Haller noch offen.

Die neuen elektronischen Geräte bieten bessere Auswertungsmöglichkeiten. Dies geschieht auch mit der Übermittlung via Mobiltelefonfrequenzen. Allerdings sorgt hier die (noch ?) sehr schwache Abdeckung der Seeoberfläche für Probleme.

Gute Saison

Obwohl die detaillierte Abrechnung der Kursfahrten noch nicht vorliegt und in diesem Jahr weiter Sonder- und Extrafahrten durchgeführt werden, ist Geschäftsführer Haller mit der Saison 2013 nicht unzufrieden: «Mit einem starken Juli und August haben wir den schwachen Frühling ausgleichen können.» Er rechnet bei leicht höherer Passagierzahl mit einem gleichen Umsatz wie im Jahr 2012.

Diesen Winter wird übrigens keines der fünf SGH-Schiffe, sondern das Werftgebäude beim «Delphin» einer Generalüberholung unterzogen.

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