Dürrenäsch

Abruptes Ende der Summer-X-Party in Dürrenäsch

OK-Präsident Fabian Stalder: Es wird immer schwieriger, das Bisherige zu toppen.»

OK-Präsident Fabian Stalder: Es wird immer schwieriger, das Bisherige zu toppen.»

Von einem kleinen Dorffest hat sich die Summer-X-Party in Dürrenäsch zu einem der grössten Partys im Kanton Aargau gemausert. Doch nun ist das Ende da: Acht Ausgaben sind für die Organisatoren genug. Es gibt keine neunte Summer-X-Party.

«Wir haben uns jedes Jahr stark gesteigert», sagt Fabian Stalder, Präsident des Organisationskomitees der Dürrenäscher Summer-X-Party. Aus eher bescheidenen Anfängen im Rahmen des Jugendfestes 2008 hat sich der Anlass zur grössten Party der Region gemausert: Jeweils gut 7000 meist junge Personen besuchten die zweitägige Sause in den letzten Jahren.

«Es wird immer schwieriger, das Bisherige zu toppen», so Stalder. Diese Erkenntnis warf Fragen auf: Wie bleiben wir mindestens gleich attraktiv? Was liefern wir als neue bauliche Attraktion? «Bleiben wir einmal auf dem gleichen Level, wird es bereits schwierig», hat der OK-Präsident erkannt.

Das Projekt Summer-X-Party hat eine Dimension erreicht, die auch beim vifsten Organisatoren leise Zweifel aufkommen lassen. 2014, als der Vor-Sommerferien-Event von einem Sturm heimgesucht wurde, begann das Sich-Hinterfragen.

Die Summer-x-Party in Dürrenäsch im Jahr 2014:

Obwohl in Dürrenäsch niemand zu Schaden kam, ging man mit einem Seitenblick auf die gravierenden Zwischenfälle am Turnfest in Biel und dem Open Air Frauenfeld in sich: «Will man dieses Risiko eingehen, nur um andern eine Freude zu bereiten?», fragte sich Stalder: «Ein Restrisiko bleibt immer.»

Er als OK-Präsident hätte hinstehen müssen, falls irgendetwas vorgefallen wäre, ist sich Stalder bewusst. Doch er wiegelt ab: «Ich konnte immer gut schlafen. Auch weil wir viel in die Sicherheit investiert haben; vielleicht zu viel.» Diese Dispositionen galten als vorbildlich und dienten bei Polizei-Kursen als Muster. «Die Repol Lenzburg war ein richtiger Fan von uns», so Stalder.

Die diversen Argumente bewogen das elfköpfige OK zum Beschluss: Mit der achten Summer-X-Party im Juli 2015 ist Schluss. Den rund 80 Helfern wurde der Entscheid auf der traditionellen Helferreise, die im Herbst ans Münchner Oktoberfest führte, vermittelt.

Das Verständnis bei den Helfern wie auch in der Öffentlichkeit sei gross, hält Fabian Stalder fest: «Natürlich sagten viele ‹schade›, aber irgendwann hat alles ein Ende.» Nicht zu Ende ist der gute Zusammenhalt in OK und Helferschar. Seit Oktober gibt es sogar das erste Summer-X-Party-Baby – von zwei OK-Mitgliedern, die sich hier kennen gelernt haben.

Präsident Fabian Stalder fühlt sich persönlich «noch nicht müde»; er hätte sich ein 10-Jahr-Jubiläum gut vorstellen können, doch «hätten alle dahinterstehen müssen». Nun kommt das abrupte Ende, «wenns am schönsten ist».

Doch ein klitzekleines Hintertürchen bleibt offen. Als Privatperson hat Stalder nun eine Firma gegründet, die die Summer-X-Party-Räumlichkeiten auf dem Dürrenäscher Sager-Areal mietet und weitervermietet. «Man weiss ja nie», schliesst er ein späteres Comeback nicht aus.

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