Helen Bisang (heute 58) gibt per Ende Jahr ihre Tätigkeit als Leiterin des Stadtbauamtes Lenzburg auf. Sie wird aber nur noch bis Ende Oktober im Büro sein. Danach kompensiert sie Überzeit und bezieht Rest-Ferien. «Der Stadtrat leitet umgehend die Neubesetzung der Leitung des Stadtbauamts in die Wege», heisst es in einer gestern publizierten Medienmitteilung. Bis zur Regelung dieser Nachfolge werde Christian Brenner, Leiter Tiefbau und seit 2015 Stellvertreter der Leiterin Stadtbauamt, das Amt ad interim führen.

Auch wenn die Wendungen «sie hat gekündigt» und «der Stadtrat bedauert den Abgang» in der Medienmitteilung nicht vorkommen, scheint es keine Trennung «im gegenseitigen Einvernehmen» (auch diese Formulierung kommt nicht vor) zu sein. Es heisst: «Helen Bisang entschied sich nach Erreichen des Meilensteins der Mitwirkung in der Gesamtrevision der Nutzungsplanung, die Stadt zu verlassen.» Sie nimmt eine Auszeit und will sich dann weiterbilden.

Standpauke im Juni

Die gebürtige Luzernerin Helen Bisang hatte als Leiterin der Gesamtrevision Nutzungsplanung (BNO) eine schwierige Aufgabe. Sie war deshalb in der Stadt nicht unumstritten. Besonders offensichtlich wurde das an der Einwohnerratssitzung vom 28. Juni. Die AZ berichtete damals von einer Tracht Prügel, die es an die Adresse der Leitung des Stadtbauamtes gegeben habe.

Die Leiterin des Stadtbauamts ist seit Anfang Jahr nicht mehr FDP-Mann Martin Steinmann unterstellt, sondern Martin Stücheli, Häusermanns Parteikollegen im Stadtrat.

Der Stadtrat bedankt sich jetzt in der Medienmitteilung bei der ETH-Architektin Bisang «für ihre engagierte Arbeit in den vergangenen viereinhalb Jahren, welche in Lenzburg positive Spuren hinterlassen wird». Sie habe mit ihrer Fachkompetenz und Persönlichkeit die Geschicke der Stadt in städtebaulichen, landschaftsplanerischen und baukulturellen Fragen entscheidend geprägt.

In der Medienmitteilung werden eine Reihe von Arbeiten erwähnt, an denen Bisang in leitender Funktion beteiligt war. Neben der BNO-Revision begleitete sie verschiedene Arealentwicklungen und Bauvorhaben. «Speziell hervorzuheben ist die Tatsache, dass es Helen Bisang gelungen ist, im Lenzburger Entwurf der Bauordnung mit grundsätzlicher Zustimmung des Kantons die sogenannte Inventarlösung für schutzwürdige Objekte zu verankern», so der Stadtrat.