Gewonnen haben sie das Rennen über 100 Kilometer durch die Zentralschweiz nicht. Trotzdem strahlt die Aargauer Töffligruppe «Seckuropfer Böju» aus Beinwil am See um die Wette. Grund dafür ist der Titel «Gang of the Year», mit dem sie sich seit Samstag schmücken dürfen.

«Dieser Titel bedeutet uns viel. Wir haben unser ganzes Herzblut reingesteckt und sind sehr stolz», freut sich Brigitte Müller, Social-Media- und Medienverantwortliche der Crew.

Die Auszeichnung haben sie sich aus mehreren Gründen verdient, wie Red Bull auf Anfrage sagt. Mit 52 Mitgliedern hätten sie das Brevet nicht nur als grösste Gruppe bestritten, sondern auch als älteste: Unter dem Namen «Seckuropfer Böju» knattert die Gruppe bereits im siebten Jahr durch die Gegend. Und genau so oft haben sie an dem alljährlichen Tempo-30-Rennen in der Zentralschweiz teilgenommen – ebenfalls ein Grund, weshalb sie sich gegen ihre Mitstreiter durchsetzten. Zudem tragen sie ihr eigenes Emblem: Ein Biker in Hodenform, der auf einer blauen, schräg verlaufenen Strasse steht – eine Anlehnung an das Beinwiler Wappen.

Eine Abstimmung mit Folgen

«Wir haben viel gegeben, um die Töffliszene wieder anzukurbeln», sagt Brigitte Müller. Angefangen hat alles mit einer Abstimmung: In Beinwil am See hiessen die Stimmberechtigten 2010 die Einführung von Tempo 30 auf Quartierstrassen gut. «Da dachten wir uns, wir können ja genauso gut wieder aufs Töffli umsteigen, wenn man sowieso nur noch 30 fahren darf», erzählt Müller mit einem Schmunzeln. Die Geburtsstunde der Gruppe hatte geschlagen. Das Interesse war riesig. «An unserem ersten Töfflitreffen sind wir überrannt worden», so Müller. 2015 gründeten sie einen Verein. Der grösste Teil der Mitglieder stammt direkt aus dem Dorf, der Rest aus Nachbargemeinden.

Wenn die «Seckuropfer» an sonnigen Wochenenden nicht gerade spontan auf ihre Bikes steigen, sammeln sie Spenden für wohltätige Organisationen, nehmen an Töfflitreffen teil oder organisieren gleich selber welche: Anfang August findet ihr 5. Treffen statt, für das Töff-Fans aus der ganzen Schweiz nach Beinwil am See strömen.

Anders als andere Töffligangs nehmen die «Seckuropfer» auch Frauen auf. Aktuell zählen sie 15 weibliche Mitglieder. Bunt durchmischt sind sie aber auch aus einem anderen Grund: Das älteste Mitglied zählt 74, die jüngste gerade mal 14 Jahre. «Bei uns spielt es keine Rolle, wer man ist oder welchen Beruf man ausführt: Das Töfflifahren verbindet uns.»