Hendschiken/Dottikon
Aargauer Sex-Sadist ist stark rückfallgefährdet und muss in U-Haft bleiben

In seinem Horror-Keller in Dottikon hat ein Mann aus Hendschiken fünf schwarzafrikanische Frauen betäubt und auf brutalste Art und Weise misshandelt. Nun hat das Bundesgericht entschieden, dass der Sex-Sadist bis zum Prozess in U-Haft bleiben muss.

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Wegen eines Wasserschadens rückte die Polizei im letzten März zu einem Keller in einem Industriegebiet in Dottikon aus. Dort stiessen sie zunächst auf eine Hanfplantage, später machten sie eine Entdeckung, die Schlimmes erahnen lässt: In einem Kellerabteil steht ein Bett mit mehreren Videokameras.

Das Abteil gehört Urs W. aus Hendschiken, in diesem Horror-Keller soll der Sex-Sadist fünf schwarzafrikanische Frauen betäubt und auf brutalste Art und Weise missbraucht haben. Seit der Entdeckung des Kellers sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Prozess steht dem ehemals in Hendschiken wohnhaften Angeklagten noch bevor. Das Bundesgericht hat gemäss dem Fernsehsender «Tele M1» eine Beschwerde des Mannes abgewiesen und entschieden, dass der 60-Jährige wegen eines erheblichen Rückfallrisikos in Haft bleiben muss. Die Vorwürfe wiegen schwer: Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, sexuelle Nötigung, Schändung, Körperverletzung, Herstellung von Pornografie. Wann der Prozess stattfindet, ist noch unklar.

Industriegebiet, wo Aargauer Sex-Sadist Frauen missbrauchte.jpg

Industriegebiet, wo Aargauer Sex-Sadist Frauen missbrauchte.jpg

Tele M1

Sirup mit Betäubungspillen

Der Elektroingenieur behauptete, dass die sexuellen Handlungen mit den Frauen einvernehmlich gewesen seien. Diese können sich jedoch an nichts erinnern. W. hat ihnen Tabletten oder Sirup mit dem starken Betäubungsmittel Rohypnol – auch als Vergewaltigungsdroge bekannt – verabreicht. Den Frauen hat er angegeben, die Pillen seien harmlos und zu seinem eigenen Vergnügen.

Die Opfer waren alle in finanziellen Schwierigkeiten und erhielten von W. Beträge zwischen 800 und 2000 Franken für das Einnehmen des Betäubungsmittels.

Vito Stallone hat jahrelang neben dem Beschuldigten gearbeitet, das Bundesgerichtsurteil macht ihn sprachlos. «Ich bin extrem überrascht über diese schweren Anschuldigungen, das ist unglaublich», sagt er. (jgl)