Hendschiken/Dottikon
Aargauer Sex-Sadist: Bevölkerung war ahnungslos – Nachbarn geschockt

Ein Mann aus Hendschiken verging sich in einem Keller in der Nachbargemeinde Dottikon nicht nur an sechs bewusstlose Frauen. Er quälte sie auch und machte Videoaufnahmen davon. Aufgefallen war er vorher in den beiden Gemeinden nicht.

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Auf einem Bett in einem Kellerabteil soll der Mann mehrere betäubte Frauen missbraucht haben. (Symbolbild)

Auf einem Bett in einem Kellerabteil soll der Mann mehrere betäubte Frauen missbraucht haben. (Symbolbild)

Keystone

Der 60-jährige Elektro-Ingenieur aus Hendschiken soll schockierende Taten begangen haben. Die Polizei fand am mutmasslichen Tatort, einem Keller in einem Industrieareal in Dottikon, eine Videokamera mit Aufnahmen, Licht und einen Fernseher. Sie beschlagnahmte Tabletten des starken Betäubungsmittel Rohypnol sowie des Potenzmittels Viagra. Der Beschuldigte sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Die Videoaufnahmen sollen zeigen, wie der Mann sechs bewusstlose Frauen missbraucht, schlägt und quält. Er soll seine sadistischen Fantasien auch aufgeschrieben und in die Tat umgesetzt haben, wie der «Blick» heute berichtet hatte.

Eine Nachbarin in Hendschiken ist über die Vorfälle entsetzt: «Wenn ich höre, was er alles getan haben soll, ergibt alles Sinn und mir wird ganz unwohl», sagte sie gegenüber dem «Blick». Der Mann habe sie gefragt, ob sie ihm nicht die Wohnung putzen könne. «Zum Glück hatte ich schon genug zu tun und habe abgesagt.»

In diesem Industrieareal in Dottikon soll der Aargauer mehrere Frauen missbrauchte haben

In diesem Industrieareal in Dottikon soll der Aargauer mehrere Frauen missbrauchte haben

Tele M1

Kein Kontakt zur Bevölkerung

Die restliche Bevölkerung im 700-Seelen-Dorf Hendschiken war bis zur Schlagzeile von heute Morgen ahnungslos. Dabei ist nicht nur die befragte Nachbarin betroffen über die Vorfälle. Auch für Gemeindeammann Daniel Lüem kommt die Nachricht aus heiterem Himmel.

Der Mann, so sagt er zur az, sei vor rund zehn Jahren zugezogen, habe sich im Dorf aber kaum gezeigt. Einmal habe es einen persönlichen Kontakt gegeben. Der Gemeindeammann hatte ihn gesucht, weil der nun in U-Haft sitzende Ingenieur ein weisses Wohnmobil im überschaubaren Dorfkern dauerparkiert hatte.

Der Abstellplatz sei jedoch regulär gemietet gewesen. Im Gespräch sei ihm der Mann nicht suspekt vorgekommen, erinnert sich Lüem an die kurze Begegnung.

Im kleinen Hendschiken, wo praktisch jeder jeden kenne, sei die oft monatelange Ortsabwesenheit aufgefallen. Doch hatte der Hendschiker Ammann auch hier keinen besonderen Grund zur Beunruhigung gesehen: «Als Ingenieur war er aus beruflichen Gründen im Ausland auf Montage. Während dieser Zeit hat er sich auf der Gemeindeverwaltung ordentlich abgemeldet.»

Vito Stallone, der in Dottikon in einem Industrieareal ein Foto-Studio betreibt, hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich «so etwas» in einem Industrieareal abspielen könnte, wie er gegenüber Tele M1 sagt. Im selben Beitrag äussert sich auch ein junger Nachbar am Wohnort in Hendschiken. Er sei schon «etwas schockiert», meint er. Auch, weil man nebeneinander wohne und dem anderen nichts anmerke. (str/pz)

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