Hendschiken/Dottikon

Aargauer Sex-Peiniger: Noch sind nicht alle missbrauchten Frauen identifiziert

Auf einem Bett in einem Kellerabteil soll der Mann mehrere betäubte Frauen missbraucht haben. (Symbolbild)

Auf einem Bett in einem Kellerabteil soll der Mann mehrere betäubte Frauen missbraucht haben. (Symbolbild)

In einem Keller in Dottikon missbrauchte ein Sexualtäter mehrere betäubte Frauen – und filmte seine sadistischen Taten auch noch. Die Staatsanwaltschaft sucht weiterhin nach Opfern. Wie viele es genau sind, ist nach wie vor unklar.

Der Fall erschütterte vor zwei Wochen die kleine Gemeinde Hendschiken: Ein 60-jähriger Elektroingenieur aus dem Dorf soll mehrere Frauen betäubt, geschlagen, sexuell missbraucht und seine Taten gefilmt haben. Geschehen war dies in der Nachbargemeinde Dottikon.

Dort hatte der Mann unter einem Firmenareal ein Kellerabteil gemietet. Dieses stattete er mit Bett, Scheinwerfer, Videokamera und einem Fernseher aus. Eine «Kammer des Schreckens», titelte die Zeitung «Blick», die den Fall publik machte.

Das Industriegebiet in Dottikon, wo der Aargauer Sex-Sadist Frauen missbrauchte.

Das Industriegebiet in Dottikon, wo der Aargauer Sex-Sadist Frauen missbrauchte.

Der Mann war bereits im März verhaftet worden und sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Wegen Rückfall- und Verdunklungsgefahr wurde die U-Haft verlängert. Die Vorwürfe wiegen schwer: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, sexueller Nötigung, Schändung, Körperverletzung sowie Herstellung von Pornografie und Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte. Laut «Blick» ist der Mann teilweise geständig. Die Staatsanwaltschaft nahm dazu keine Stellung.

Wie viele Frauen der mutmassliche Sexualtäter missbraucht hat, ist unklar. Die Gesichter auf den Filmaufnahmen sind zum Teil schwer zu erkennen. «Bis heute sind noch nicht alle Frauen identifiziert», sagte der leitende Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht der az. Seit Mitte August, als der Fall publik wurde, hätten sich keine weiteren Opfer gemeldet. Noch nicht geklärt sei auch, in welchem Zeitraum der Mann aktiv war. «Darüber gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse.»

In U-Haft: Aargauer soll Frauen in Keller in Dottikon gequält und missbraucht haben

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Wegen Hanfanlage verhaftet

Aufgeflogen war der Hendschiker Sex-Peiniger, der laut Gemeindeammann Daniel Lüem zurückgezogen lebte, durch Zufall. Am 22.März rückte die Feuerwehr in Hausen bei Brugg zu einem Wasserschaden in einem Lagerhaus aus. Dort stiess sie auf eine professionelle Indoor-Hanfanlage mit 650 Pflanzen, die auf mehrere Lagerräume verteilt war.

Diese gehörte dem Elektroingenieur, der im Lagerhaus auftauchte und dort festgenommen wurde. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach eröffnete eine Strafuntersuchung.

Beamte durchsuchten darauf seine Wohnung in Hendschiken, wo sie auf Hinweise auf den gemieteten Keller in Dottikon stiessen. Dort entdeckte die Polizei die Kammer und beschlagnahmte nebst Filmaufnahmen Tabletten, darunter starke Betäubungsmittel.

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