Wie hart dürfen Polizisten einen Mann anfassen, den sie kontrollieren? Mit dieser Frage musste sich das Bezirksgericht Lenzburg beschäftigen. Auf der Anklagebank sassen zwei Aargauer Regionalpolizisten – verklagt von einem 38-Jährigen, den sie vor drei Jahren bei einer Routinekontrolle verletzt hatten.

Der Mann lässt sich nach einem Fest in einem Taxi nach Hause chauffieren. Weil er sich bei der Kontrolle nicht ausweisen kann, muss er auf dem Polizeiposten antraben. Dort weigert er sich, aus dem Taxi auszusteigen – er wollte erst den Fahrer bezahlen, sagt er zu "Tele M1".

Die Polizisten tolerieren das nicht und reissen ihn aus dem Wagen. Dabei zieht sich der Mann eine Kopfverletzung, Schürfungen und Prellungen zu, die er später im Spital behandeln lässt. Wieso ihn die Polizisten derart hart anfassten, versteht er nicht. Er verklagt sie wegen Körperverletzung und Amtsmissbrauch.

Das Gericht schlägt sich jedoch auf die Seite der Polizisten und spricht sie in beiden Punkten frei. Sie hätten der Situation entsprechend richtig gehandelt, so das Urteil. Verteidiger Paul Wiesli ist erfreut: "Die Polizei hat nichts anderes getan als ihre Pflicht. Das ist zu schützen."

Und der Kläger? Für ihn stimme das Urteil, sagt er. Und fügt an: "Die Beteiligten wissen im tiefsten Innersten genau, was richtig und was falsch ist." Er will den Fall nicht weiterziehen. (mwa)