«Ich habe meinen Einsatz nie als etwas Heldenhaftes betrachtet», erklärt Kevin Hirt. Trotzdem wurde er als «Held des Alltags» vorgeschlagen und aus rund 300 Kandidaten für die Endausscheidung auserkoren. Die Nomination für diesen Titel, mit welchem Menschen geehrt werden, die sich freiwillig und unentgeltlich für die Allgemeinheit einsetzten, hat sich Hirt mit seinem Engagement für die «Aktion 72 Stunden» verdient. Über 150 Stunden Arbeit hat er letztes Jahr in das Projekt investiert, bei welchem Jugendliche drei Tage lang gemeinnützige Einsätze leisteten.

Das Herz des 25-jährigen Kochs schlägt für den Cevi. In der ersten Klasse trat er der Abteilung Staufen bei, mit 15 Jahren übernahm er eine Gruppe und steht inzwischen als Abteilungsleiter in der Verantwortung. «Raus gehen, Abenteuer erleben, nicht immer lieb sein müssen», das sind für Kevin Hirt die grossen Pluspunkte des Cevi. «Die Kinder dürfen auch einmal laut sein und Seich machen, müssen nicht immer nur brav zuhören und können draussen etwas unternehmen.»

Quelle: SRF

Porträt Kevin Hirt

«Ketschöpp» ist Kevin Hirts Cevi-Name. Das passt gut zu seinem Beruf als Koch – hat damit aber nichts zu tun. «Schon immer wurde ich ‹Ketsch› genannt, daraus entstand ‹Ketschöpp›», erklärt der Cevianer. Allerdings rufen ihn nach wie vor alle einfach «Ketsch».

Einsatz auch im Beruf

Aufgewachsen ist Kevin Hirt, der heute in Oftringen wohnt, zusammen mit drei Schwestern in Schafisheim. Dank seiner Liebe zu Lebensmitteln war die Berufswahl schnell klar: Koch. «In diesem Beruf ist es oft sehr hektisch, dann gilt es, Ruhe zu bewahren. Das ist eine meiner Stärken», erklärt Hirt. Glücklicherweise hatte er während der Ausbildung keine Wochenendeinsätze, was es ihm ermöglichte, in der Jugendgruppe aktiv zu bleiben. Zurzeit absolviert er eine Zusatzausbildung als Arbeitsagoge und arbeitet im «Ländli» Zürich mit psychisch beeinträchtigte Menschen.

Auch wenn Ketsch Hirt viel Zeit für in den Cevi investiert, seine einzige Freizeitbeschäftigung ist die Jugendgruppe bei weitem nicht. Sein Engagement als Klarinettist im Jugendspiel Lenzburg musste der damalige Kochlehrling zwar aufgrund seiner Arbeitszeiten aufgeben, dem Sport hingegen ist er treu geblieben: Gestern nahm Hirt zum fünften Mal am Engadin Skimarathon teil. Rund 200 Kilometer hat er diese Saison bereits zurückgelegt, den grössten Teil auf Rollskiern. «Ich hole meine Energie aus dem Sport», erklärt der umtriebige junge Mann.

Auch auf dem Velo fühlt er sich wohl, will im Juni am Ironbike teilnehmen. Wie ambitiös ist der Cevi-Leiter denn im Sport? «Ich brauche realistische Ziele, um mich im Training zu motivieren», meint Hirt. «Beim Engadiner würde ich gerne unter drei Stunden laufen, aber den richtig krassen Biss, um halbtot ins Ziel zu kommen, den habe ich nicht.»

Auch die Kreativität ist wichtig

Wer nun denkt, neben Arbeit, Weiterbildung, Cevi und Sport bleibe keine Zeit für weitere Hobbys, hat sich getäuscht. Zusammen mit seiner Frau und seiner Schwiegermutter organisiert er kreative Workshops. «Mann häkelt» ist eines seiner Projekte, die Kappe auf seinem Kopf mit dem «kreativabend.ch»-Tag sein eigenes Werk. Die grösste Herausforderung kommt auf den jungen Mann aber im August zu: Dann wird Kevin Hirt nämlich Vater. «Irgendeine Freizeittätigkeit werde ich reduzieren. Ich weiss zwar noch nicht welche, aber der Grund ist mega cool», sagt der werdende Papi mit strahlenden Augen.