Aargauer 3-Tage-OL
Im August laufen bis zu 800 OL-Teilnehmende im Seetaler Wald um die Wette

Der Aargauer 3-Tage-Orientierungslauf wird dieses Jahr vom OL-Klub Argus Seon-Lenzburg veranstaltet. Laufleiter Oliver Grimm erzählt, was die Teilnehmenden in der Stadt Lenzburg und im Seetaler Wald erwartet.

Anja Suter
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Im August werden sich Orientierungsläuferinnen und -läufer den Weg durch den Seetaler Wald suchen.

Im August werden sich Orientierungsläuferinnen und -läufer den Weg durch den Seetaler Wald suchen.

Adrian Lais

Wer an einem Orientierungslauf teilnimmt, wird doppelt gefordert. So ist es nicht nur wichtig, schnell von Posten zu Posten zu kommen. Auch der Orientierungssinn und die Fähigkeit, Karten zu lesen, wird von den Teilnehmenden gefordert.

In der Schweiz nehmen gemäss Oliver Grimm, Laufleiter des diesjährigen Aargauer 3-Tage-OL, jährlich mehrere tausend Personen an regionalen und nationalen Wettkämpfen teil. Der 46-Jährige, der Mitglied des OL-Klubs Argus Seon-Lenzburg ist, ist seit rund einem Jahr mit den Vorbereitungen für den Aargauer 3-Tage-OL beschäftigt. «Der 3-Tage-OL hat Tradition und wird jedes Jahr von einem anderen Verein im Kanton organisiert», erklärt er.

Boniswiler Juniorenweltmeisterin legt die Etappe für Lenzburg fest

Dieses Jahr werden sich Orientierungslauf-Begeisterte aus dem ganzen Aargau vom 5. bis 7. August im Seetal treffen. «Der Anlass ist vor allem bei Familien beliebt, wird dürfen aber auch Sportlerinnen und Sportler aus dem Nationalkader begrüssen», sagt Grimm.

So wird beispielsweise die 22-jährige Juniorenweltmeisterin Eline Gemperle aus Boniswil bei der Sprint-OL-Etappe am Freitagabend in Lenzburg die Strecke für die Teilnehmenden festlegen. «Beim Lauf durch Lenzburg geht es vor allem um Schnelligkeit», sagt der 46-Jährige. Anders als bei einer Route durch den Wald liegen die einzelnen Posten hier meistens nur eine Minute auseinander.

Oliver Grimm, Laufleiter des diesjährigen Aargauer 3-Tage-OL.

Oliver Grimm, Laufleiter des diesjährigen Aargauer 3-Tage-OL.

Zvg
«Man muss also aufpassen, dass man kein kleines Gässchen oder eine Abzweigung verpasst.»

Bereits jetzt ist klar, dass die Strecke die Teilnehmenden auch am Schloss Lenzburg vorbeiführen wird. Das Wettkampfzentrum wird derweil bei der Lenzburger Berufsschule stationiert.

Am Samstag und am Sonntag sind die Teilnehmenden vor allem im Gebiet Wampfle-Homberg im Seetal unterwegs. Grimm rechnet mit 60 Helferinnen und Helfern und erwartet täglich rund 700 bis 800 Teilnehmende. Einige von ihnen werden das Wochenende in Leutwil verbringen und auf dem Schulhausareal zelten.

Karten für den Wald wurden während 400 Stunden bearbeitet

Damit sich die Teilnehmenden im Wald zurechtfinden, wurden die Karten des Waldgebietes überarbeitet. Klub-Mitglied Beat Wild hat rund 400 Stunden damit verbracht, die Karten zu aktualisieren und Änderungen einzuzeichnen. «Die ursprünglichen Exemplare waren bereits 15 Jahre alt», erzählt Grimm.

Auch wenn sich die OL-Läuferinnen und -Läufer nur im Wald bewegen, werden sie bei den Wettkämpfen durch mehrere Gemeinden rennen. «Die längsten Strecken führen wohl bis zum Homberg-Turm und über Oberkulm zurück nach Leutwil», so der Laufleiter. Aus diesem Grund habe man bei mehreren Gemeinden eine Bewilligung eingeholt.

Absprachen gab es auch mit fünf Jagdgesellschaften aus der Region. «Wir haben gemeinsam abgemacht, welche Gebiete wir nicht betreten werden, damit das Wild trotz des Anlasses weiterhin über Ruhezonen verfügt.»

Zudem werde der Wald nach dem Anlass im August für zwei Jahre nicht mehr für grosse OL-Läufe genutzt, man halte sich an die etablierte Vereinbarung mit dem Aargauischen Jagdschutzverein und dem Aargauischen Waldwirtschaftsverband.

Aufräumtag im Wald als Dankeschön

Auch wenn der Grossanlass als ruhig einzustufen sei und auch an den Wettkampftagen andere Waldbesuchende nicht tangiert, plant das Organisationskomitee bereits jetzt einen Waldaufräumtag im Frühling. «Nicht aus schlechtem Gewissen, sondern weil wir den Wald als unseren Sportplatz sehr schätzen.»

Am Aargauer 3-Tage-OL können vom Kind bis zu über 80-jährigen Sportler alle teilnehmen, sagt Grimm. «Das Schöne am Orientierungslauf ist, dass er so variabel ist. Man braucht keine besonderen Voraussetzungen, wenn man mit dem Sport beginnen möchte.»

Der Orientierungslauf kämpfe darum auch nicht mit Nachwuchsproblemen. «Häufig ist es sogar so, dass Kinder, die den Sport betreiben, ihre Eltern mitbringen und auch diese dafür begeistern können.» Für alle, die mit dem Orientierungslauf in Berührung kommen möchten, bietet der Aargauer 3-Tage-OL eine besondere Möglichkeit.

Am Samstag, den 6. August, findet der «Family O Day» statt, das OL-Nachwuchskader Aargau ist in Leutwil vor Ort und hilft den Interessierten, einen OL im Dorf oder im nahen Wampfle-Wald zu absolvieren.

Mehr Informationen unter www.3days.ch

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