Holderbank/Veltheim

Aaresteg wird eröffnet: 140 Meter zwischen Holderbank und Veltheim

Der Aaresteg hat durch die aussergewöhnliche Geldbeschaffung für seine Sanierung schweizweit für Aufsehen gesorgt. Jetzt wird die Fussgängerbrücke über die Aare eröffnet.

Kühl ist es an diesem Herbstmorgen. Die Aare und der Aaresteg sind noch in Nebel getaucht, doch am Horizont wird er bereits von der aufsteigenden Sonne verdrängt. Im Aaretal kündigt sich ein herrlicher Altweibersommertag an.

Zufrieden sind auch die Gesichter der drei Herren auf der Treppe, die hinauf zum Aaresteg führt. Herbert Anderegg, Gemeindeammann von Holderbank, sein Amtskollege Ulrich Salm aus Veltheim und Projektleiter Urs Pfründer zeigen der Presse die kurz vor dem Abschluss stehende Sanierung der Fussgängerbrücke über die Aare. Sie verbindet die zwei Dörfer Holderbank und Veltheim miteinander. «Ich bin begeistert, dass wir den beim Start des Projekts vor einem Jahr angepeilten Zeitpunkt einhalten können», sagt Herbert Anderegg. Projektleiter Urs Pfründer nickt und ergänzt: «Es war ein ehrgeiziges Projekt.» Umso mehr sei man stolz über das erreichte Resultat.

Noch geht es unten durch: Auf dem Wasser unter dem Aaresteg hindurch.

Noch geht es unten durch: Auf dem Wasser unter dem Aaresteg hindurch.

Guter Wille war nötig

Tatsächlich: Wenn die 140 Meter lange Brücke am Samstag, 14. Oktober zusammen mit der Bevölkerung feierlich eröffnet und den Fussgängern überlassen wird, so blickt man in den zwei Gemeinden auf eine eigentliche Erfolgsgeschichte zurück, die vor noch nicht allzu langer Zeit so wohl nicht denkbar gewesen wäre. Zustande gekommen ist sie dank viel Beharrlichkeit der Dorfbevölkerung auf beiden Seiten der Aare über Jahre hinweg, dank einer grosszügigen Geste der Steg-Eigentümerin Fixit AG, Holderbank, und nicht zuletzt dank der Möglichkeit eines Crowdfundings auf der vor Jahresfrist neu geschaffenen Internet-Plattform ideenkicker.ch des Gemeindeverbands Lebensraum Lenzburg Seetal.

Damit erlangte der Aaresteg sogar national Aufmerksamkeit, weil mit ihm in der Schweiz erstmals ein Infrastrukturprojekt der öffentlichen Hand zur Schwarmfinanzierung ausgeschrieben worden war. Die Resonanz in der Region war überwältigend: Anstelle der gesuchten 20 000 Franken kam über das Internet mehr als das Doppelte zusammen. Auf der andern Seite haben sich auch die Kosten für die Sanierung mit verschiedenen unvorhergesehenen Aufwendungen verteuert. An den 140 000 Franken beteiligen sich nebst den Gemeinden Holderbank und Veltheim auch Möriken-Wildegg, die umliegende Industrie sowie das Gewerbe.

Viel in Sicherheit investiert

Wie wurde der Steg wieder auf Vordermann gebracht? Zum einen wurden die morschen Holzbretter durch einen neuen Holzboden ersetzt. Die statischen Berechnungen machten eine Verbesserung der Konstruktion nötig. 13 zusätzliche Stahlträger wurden installiert. Das Brückengeländer musste besser abgesichert werden. Zudem erwiesen sich die notwendigen Korrosionsschutzmassnahmen als aufwendiger als ursprünglich angenommen.

Zur Geschichte: Auf der Verbindungsbrücke wurde ursprünglich das Förderband der Zementindustrie geführt. Jahrelang wurde sie von Fussgängern mitbenutzt, die neben dem Transportkanal marschierten. 2008 wurde der Steg aus Sicherheitsgründen geschlossen. Doch habe die Bevölkerung beider Dörfer das nicht einfach hingenommen und an den Gmeinden regelmässig «gestüpft», erklären die Ammänner. Mit Erfolg, wie sich nun zeigt.

Der Aaresteg wird am Samstag, 14. Oktober, 11 Uhr, feierlich eröffnet.

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