Lenzburg
81-Jährige über Neubau: «Hier möchte ich gleich einziehen»

Zwei Bewohner nehmen einen kritischen Augenschein im Alterszentrum-Neubau Obere Mühle in Lenzburg.

Markus Christen
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Bewohner Aline Steimen und Fritz Sandmeier mit Madeleine Gafner, Leiterin Aktivierung, im Musterzimmer des neuen Alterszentrums Obere Mühle Chris Iseli

Bewohner Aline Steimen und Fritz Sandmeier mit Madeleine Gafner, Leiterin Aktivierung, im Musterzimmer des neuen Alterszentrums Obere Mühle Chris Iseli

Chris Iseli

Aline Steimen ist begeistert vom Musterzimmer im Pflegeheim-Neubau des Alterszentrums Obere Mühle. «Hier möchte ich gleich einziehen», sagt die 81-jährige Seniorin. Vor allem die Aussicht aus dem grosszügigen Fenster hat es ihr angetan. Der Blick schweift über hohe Baumwipfel. Der Kontakt mit der Natur ist ihr wichtig.

Nicht ganz teilen kann den Enthusiasmus Fritz Sandmeier. «Es gefällt mir nicht schlecht, aber vorläufig auch noch nicht ganz gut.» Er müsse sich zuerst noch an alles gewöhnen, meint der 97-jährige und bewundernswert rüstige Mann.

Aline Steimen und Fritz Sandmeier wohnen seit bald zwei Jahren im Provisorium des Alterszentrums am Mühleweg. Vorgestern durften sie als erste Bewohner das Musterzimmer im Neubau, der in den nächsten Monaten fertiggestellt und im April bezogen wird, in Augenschein nehmen.

An den Umzug in die Container, in dessen Vorfeld die beiden Senioren bereits einmal von der az besucht wurden, erinnern sie sich gut. Es war ein aufregender Tag. «Die Bewohner des Alterszentrums bildeten eine Kolonne, die etwa 150 Meter lang war. Zwei Polizisten waren gekommen, um den Verkehr aufzuhalten», sagt Fritz Sandmeier.

Gelassen im Hinblick auf Umzug

Vielleicht auch aufgrund der Erfahrungen, die sie bereits gemacht haben, blicken sie dem 12. April des kommenden Jahres eher gelassen entgegen. Etwas gehemmt sei sie, wenn sie an den Umzug denke, da sie nicht alles selber vorbereiten und erledigen könne, sagt Aline Steimen, die im Rollstuhl sitzt. Aber es überwiegt ihre pragmatische Natur. «Es wird schon alles gut gehen. Man muss sich im Leben immer wieder an Neues gewöhnen.»

Er empfinde fast etwas Reue, sagt Fritz Sandmeier, im Hinblick auf den Umzugstag. Es habe ihm im Provisorium sehr gut gefallen. «Die Zimmer hier sind schampar schön und gut eingerichtet.» Auch die Nähe zur Natur, zum Spazierweg am Aabach sei ein grosser Vorteil.

Dass man mit den Containern eine ausgezeichnete Übergangslösung für die Zeit der Bauarbeiten am Neubau gefunden hat, bestätigt auch Zentrumsleiter Michael Hunziker. «Wir sind schon glücklich, dass der Umzug bevorsteht. Mit dem Provisorium mussten verschiedene Abstriche vor allem im Infrastrukturbereich gemacht werden.»

«Es gibt eigentlich nur Vorteile»

Für die Zentrumsleitung dreht sich bereits heute praktisch jeder Tag um den Zügeltermin. «Das Ziel ist, dass die Bewohner am 12. April im Provisorium aufwachen und das Mittagessen im Neubau einnehmen.» Die «grosse Knacknuss» sieht Hunziker darin, dass sich die Bewohner erneut an neue räumliche Verhältnisse und Strukturen gewöhnen müssen. «Ansonsten gibt es eigentlich nur Vorteile. So ist das Raumklima im Sommer im Neubau um einiges angenehmer als im Provisorium.»

Und im Neubau ist auch das Aktivierungsangebot wieder breiter gefächert. So erhalten die Bewohner unter anderem die Möglichkeit, gemeinsam zu kochen. Als Aline Steimen davon erfährt, leuchten ihre Augen. «Darauf freue ich mich jetzt schon.»