Lenzburg

5,9 Millionen für den Umbau des «KV» in ein Stadtbüro – Einwohnerrat und Volk müssen noch zustimmen

Das Hünerwadelhaus.

Das Hünerwadelhaus.

Mit «Lenzburg21» beantragt der Stadtrat eine räumliche Konzentration und eine Neuorganisation für 80 seiner Angestellten.

Der Stadtrat von Lenzburg setzt im Bereich der Verwaltung zum grossen Wurf an: Er will die räumliche Konzentration und die betriebliche Optimierung. In das stadteigene Hünerwadelhaus, das bisherige Gebäude des KV Lenzburg (stellte im Sommer den Betrieb ein), sollen dafür 5,9 Millionen Franken investiert werden. Das Geld muss zuerst der Einwohnerrat an seiner Sitzung vom 24. September bewilligen. Für den 29. November ist die Volksabstimmung geplant. Im optimalen Fall können die rund 80 Stadtangestellten ihre neuen Büros im ersten Quartal 2022 beziehen. Und dann werden die Lenzburger haben, was für die Aarauer und Badener seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit ist: ein Stadtbüro für die Erledigung der häufigsten Anliegen.

Investitionskosten nochmals leicht gestiegen

Die gestern publizierte Botschaft «Lenzburg 21; Zentrale Verwaltung» an den Einwohnerrat birgt kaum Überraschungen. Allerdings liegt das Investitionsvolumen noch etwas höher als letztes Jahr bei der Einholung des Projektierungskredites prognostiziert: 5,9 statt 5,4 Millionen Franken. Dazu kommen 1,25 Millionen Franken, die die Stadt so oder so aus einem früheren KV-Deal begleichen muss.

Die Diskussionspunkte bei der Vorlage «Lenzburg 21» sind schon länger bekannt – und es gibt Anzeichen dafür, dass das Geschäft im Einwohnerrat nicht so schlank durchgehen wird, wie sich der Stadtrat das wohl erhofft. Die Kernfragen: Kann sich die Stadt Lenzburg in einer Phase mit sehr grossen Investitionen, etwa in Schulgebäude, die Millionen-Ausgaben für die Verwaltung leisten? Und warum müssen für ein 2012 bereits total renoviertes Gebäude schon wieder 5,9 Millionen Franken ausgegeben werden? Für ein Gebäude, von dem der Stadtrat in der Vorlage schreibt, es eigne sich «mit grossen Räumen sehr gut für die Verwaltung»? «Sitzungszimmer, Aufenthaltsbereiche und sanitäre Anlagen können weitgehend belassen werden», schreibt der Stadtrat. Der reine Umbau (inklusive Umzug und Bauzinsen) schlägt mit knapp 4 Millionen Franken zu Buche. Für die Anpassungen und Modernisierungen im Computerbereich sind 1,9 Millionen Franken nötig.

Spareffekte dank der Verwaltungskonzentration

Wird der Stadtammann in anderthalb Jahren sein Büro im zweiten Stock des Hünerwadelhauses haben? Der Stadtrat zählt in der Vorlage viele Argumente für die Konzentration der Verwaltung auf. Etwa Synergieeffekte. «Durch Prozessoptimierung werden Stellenprozente frei. Diese werden zu Einheiten verschoben, die zusätzlichen Bedarf haben (etwa Empfang, Stadtbüro)», schreibt der Stadtrat. Oder die dadurch vermeidbaren Sanierungen im «Försterhaus» (1,6 Mio. Fr.) und in der «Alten Post» (2 Mio. Fr.). Das Rathaus wäre nur mit einem südseitigen, 4,8 Mio. Fr. teuren Neubau barrierefrei (gemäss Behindertengesetz) zu machen.

Für die Konzentration der Verwaltung spricht auch die Möglichkeit, das «Försterhaus» und die «Alte Post» künftig vermieten zu können (Jahreseinnahmen: 229490 Franken). Bei einem Verkauf dieser beiden Gebäude würde die Einwohnergemeinde 5,6 Mio. Fr. einnehmen. Das Rathaus gehört der Ortsbürgergemeinde.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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