Beinwil am See
5 Stimmen Unterschied: Ja zu Gemeindeverwaltung im Beinwiler «Löwen»

Die Planung zur Umnutzung des Hotel/Restaurant Löwen in Beinwil am See zur Gemeindeverwaltung kann beginnen. Mit 576 Ja-Stimmen zu 571 Nein haben die Stimmbürger den Nein-Entscheid der Sommergmeind an der Urne knapp gekippt.

Pascal Meier
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Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Hotelzimmer.
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Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Hotelzimmer.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Toilette eines Hotelzimmers.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Restaurant.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Restaurant.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Restaurant-Saal.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Restaurant-Küche.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Restaurant-Küche.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Restaurant-Küche.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Eingang des Löwensaal.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Hier gehts zum Untergeschoss.
Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Dachwohnung.

Blick ins Restaurant/Hotel Löwen in Beinwil am See Hotelzimmer.

Pascal Meier

Angriffe unter Gürtellinie

Trotz aller Differenzen um die Zukunft des «Löwen», in
einem Punkt sind sich Gegner und Befürworter einig: Der Abstimmungskampf, der in den vergangenen Wochen in Beinwil am See tobte, war oft unschön, emotional völlig übersteuert und zum Teil
unter der Gürtellinie. Vertreter beider Seiten sprechen von persönlichen Angriffen, Verunglimpfungen und bösen Briefen. Auch sollen dem Gegner Konsequenzen angedroht worden sein, falls man sich weiter für oder gegen den Planungskredit äussere. «Für mich persönlich war das ein harter Wahlkampf», fasst Hans Schärer vom Gegnerkomitee die Stimmung zusammen. Dieser Meinung ist auch Therese Bühlmann, Mitglied des Referendumskomitees. «Zu vieles ist unter der Gürtellinie verlaufen.» Von persönlichen Angriffen hat auch Gemeindeammann Johannes Eichenberger gehört. «Das finde ich nicht korrekt und ist sehr unschön.»
Der «Löwen» hat damit auch einen Keil in die Gemeinde getrieben. Johannes Eichenberger spricht von «Gräben, die sich geöffnet haben».
Für Eichenberger wie auch Therese Bühlmann und Hans Schärer ist es deshalb wichtig, jetzt nach vorne zu schauen und die Gräben zu zuschütten. Damit Aussagen wie «mit dem da jasse ich sicher nicht mehr» in Beinwil am See bald nicht mehr zu hören sind. (pi)

Das Komitee «Ja zum Planungskredit» sammelte gegen diesen Entscheid 686 Unterschriften und erreichte die erneute Abstimmung an der Urne.

Gemeindeammann Johannes Eichenberger ist erleichtert über das Ergebnis. «Ich bin davon ausgegangen, dass wir die Abstimmung verlieren», sagt Eichenberger. «Jetzt können wir mit der Planung beginnen.»

Läuft alles nach Plan, kann die Gemeindeverwaltung 2016 vom alten Schulhaus in den frisch sanierten «Löwen» einziehen - vorausgesetzt, die Stimmbürger sagen auch Ja zum entsprechenden Baukredit von rund 4,9 Millionen Franken (inklusive Planungskredit). Dieser soll voraussichtlich 2014 der Gemeindeversammlung vorgelegt werden.

Gegner jetzt ernst nehmen

Bester Laune war gestern auch das Referendumskomitee. «Wir freuen uns sehr über das Ja zum Planungskredit» sagte Therese Bühlmann am Rande einer kleinen Feier; «vor allem nach dem Hin und Her der vergangenen Monate». Therese Bühlmann spricht damit die Art und Weise an, wie der Abstimmungskampf geführt worden war (siehe Text rechts).

Das Referendumskomitee hatte mit einem knappen Resultat gerechnet. «Dass 5 Stimmen den Ausschlag gegeben haben zeigt, dass viele Beinwiler nicht mit dem Projekt einverstanden sind», sagte Therese Bühlmann. Die Abstimmung hätte auch auf die andere Seite kippen können. «Wir müssen für die weitere Planung wieder an einen Tisch sitzen, die Diskussion versachlichen und gemeinsam Lösungen für die Verlegung der Gemeindeverwaltung in den Löwen suchen - zum Wohle aller Bürger.»

Keine Siegesfeier, keine Tränen

Von einem Zufallsergebnis spricht auch das Gegenkomitee. Der Entscheid wird aber akzeptiert. «Fünf Stimmen sind fünf Stimmen», sagt Hans Schärer, alt Gemeindeammann und Mitglied des Gegenkomitees. «Wir haben jetzt ein Resultat, das keine Siegesfeier zulässt, aber auch keine Tränen.» Trotz Niederlage sei das Ergebnis gut: «Wir haben gegen Gemeinderat, Parteien und Schule gekämpft - und fast gewonnen.»

Wie Therese Bühlmann, sieht auch Hans Schärer im knappen Abstimmungsergebnis einen klaren Auftrag an den Gemeinderat. «Er muss sich gut überlegen, ob man zur Tagesordnung übergehen kann», gibt Schärer zu bedenken. Zudem müsse der Gemeinderat beweisen, dass er die Versprechen - vor allem bezüglich Kosten -, einhalten kann. «Viele Bewohnerinnen und Bewohner werden dies mit Argusaugen verfolgen.»

Für Gemeindeammann Johannes Eichenberger ist das Ergebnis kein Zufallsentscheid. «Das Volk hat gesprochen.» Der Gemeinderat wolle jedoch die Gegner ernst nehmen. «Wir haben immer gesagt, dass wir in der Planung die Bevölkerung miteinbeziehen», hält Eichenberger fest.