Lenzburg

4,6 Millionen teure «Bleiche»-Sanierung: So will der Stadtrat aus dem Scherbenhaufen herausfinden

Die ehemalige Textilfabrik Bleiche soll saniert werden.

Die ehemalige Textilfabrik Bleiche soll saniert werden.

Der Lenzburger Stadtrat verabschiedet einen Schulraumbericht und beantragt zwei Projektierungskredite.

Nur ein Denkzettel für den Lenzburger Stadtrat? Fest steht: Mit 18 zu 17 Stimmen (bei zwei Enthaltungen) wies der Einwohnerrat kurz vor dem Lockdown die 4,6 Millionen Fran­ken teure «Bleiche»-Sanierung zurück. Jetzt hat der Stadtrat beschlossen, wie er aus dem Scherbenhaufen herausfinden will: Er kehrt auf den Pfad der Tugend zurück und wird an der nächsten Einwohnerratssitzung zwei Projektierungskredite beantragen.

Zudem hat er zuhanden des Parlaments einen Bericht zum Schulraum und zur Schulraumplanung verabschiedet, der am Sitzung vom 18. Juni diskutiert werden soll. Noch kein Thema sind dann mögliche Provisorien: Laut Insidern ist es unwahrscheinlich, dass das freiwerdende, stadteigene KV-Schulhaus für Zwecke der Volksschule umgenutzt wird. Der politische Wille, dort ein städtisches Verwaltungszentrum einzurichten, sei zu gross.

Mit den 4,6 Millionen Franken sollte die Totalsanierung der 200 Jahre alten Textilfabrik am Aabach finanziert werden. Neben der Rettung des Wasserrades (war schon einmal abgelehnt worden) war die Schaffung von Räumen für die Tagesstruktur und für technisches Gestalten vorgesehen. Im Einwohnerrat wurde kritisiert, die Planungsarbeiten seien viel zu wenig weit fortgeschritten für eine Kreditgenehmigung. Mit der Begründung, er wolle teure Provisorien verhindern, hatte der Stadtrat auf die Einholung eines Projektierungskredites verzichtet.

Die Stadträte Martin Steinmann (FDP) und Andreas Schmid (FDP) sowie Stadtammann Daniel Mosimann (SP) versuchten, die Vorlage zu retten. Nicht zu Wort meldete sich Martin Stücheli (SVP), dem das Mühlerad als Präsident des Vereins «Industriekultur am Aabach» eine Herzensangelegenheit ist.

Geld für «Bleiche»- und «Mühlematt II»-Planung

Wie Stadtammann Mosimann der AZ erklärte, hat der Stadtrat zwischenzeitlich einen Bericht über den Schulraum und die Schulraumplanung genehmigt. Lenzburg steht, vor allem als Folge seines grossen Bevölkerungswachstums, hier vor grossen Herausforderungen. Zudem wird er am 18. Juni zwei Projektierungskredite beantragen, deren Höhe noch nicht kommuniziert wird, weil man sich in der Endphase der Erarbeitung der Botschaft befindet. Einerseits für die Sanierung des «Bleiche»-Gebäudes, andererseits für die Planung des Schulhauses «Mühlematt II». Hier war im letzten Sommer die Rede von einem zusätzlichen Kindergarten, acht Klassenzimmern und vier Gruppenräumen.

Provisorien wird es vor allem für die Tagesstrukturen brauchen. Der Stadtrat will die Ergebnisse der Einwohnerratssitzung abwarten. Und er weist darauf hin, dass sein zuständiges Mitglied, Andreas Schmid, für die Planung eingeschränkt verfügbar war. Er weilt coronabedingt noch bis Ende Woche im Militär.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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