«Im ‹Länzerthus› spielt sich ein wichtiger Teil des dörflichen Zusammenlebens ab.» Mit diesen Worten strich Gemeindeammann Ruedi Hediger beim Sommerfest am Samstag die Bedeutung des Alters- und Pflegeheims Länzerthus für die Gemeinde heraus hervor. Zum einen sollen die Menschen im «Länzerthus» ihren Lebensabend in einem behaglichen Umfeld verbringen. Das Konzept der neuen «Länzerthus»-Anlage sieht auch klar einen Brückenschlag zur Bevölkerung vor: «Das «Länzerthus» soll zum Begegnungsort im Dorf werden.

Im Herbst eröffnet das Restaurant Papillon, das die beiden Gebäude Länzert und Stockert miteinander verbindet. Das Restaurant wird auch öffentlich zugänglich sein und das Angebot soll «eine schmackhafte Auswahl an Gerichten aus Grosis bester Küche umfassen», heisst es aus dem «Länzerthus». Zum öffentlichen Treffpunkt verschiedener Alters- und Generationengruppen werden soll auch die neue 5300 Quadratmeter grosse Parkanlage. Die wird in den kommenden Monaten gebaut. Kosten: rund 3,4 Millionen Franken.

Auf dem dafür vorgesehenen Grundstück stehen heute noch zwei Liegenschaften: das alte Haus «Länzert» und das Personalhaus. In rund zwei Wochen sind beide Häuser leer geräumt und abbruchbereit. «Sobald das Haus leer steht, beginnen die Vorbereitungsarbeiten für die Altlastensanierung», erklärt «Länzerthus»-Verwaltungsratspräsidentin Nicole Sehringer Bucher. Damit alle gesetzlichen Auflagen erfüllt werden könnten, werde dafür rund ein Monat benötigt. Mit den effektiven Abbrucharbeiten des alten «Länzerthus» und dem Personalhaus soll Mitte August gestartet werden. Gleichzeitig wird auch der Garten gerodet. Zum Baumbestand will man jedoch Sorge tragen. «Er wurde in die Planung der Parkanlage integriert», sagt Nicole Sehringer Bucher.

Ein Chalet im Zentrum

Die schon bestehenden Bäume werden ergänzt mit andern Arten. Hecken, Staudenrabatten und Pflanzentöpfe sorgen für weiteres Grün im Park. Eine grosse Wiesenfläche soll für verschiedene Zwecke genutzt werden können. Ebenso ein Holzchalet, das mitten im Park aufgebaut wird. Geht es nach den «Länzerthus»-Verantwortlichen, so soll der öffentliche Generationenpark vielfältige Möglichkeiten zum Verweilen und Spielen bieten.

Unter dem Baumdach der Schirmhainbuche beispielsweise misst man sich in Zukunft beim Pétanque-Spiel. Für die kleinen Gäste gibt es einen Spielplatz mit Kletterwolke, Netzschaukel, Drehwirbel, Bodentrampolin, Balancierschule und andern Betätigungsmöglichkeiten. In der gesamten Parkanlage sind Sitzbänke aufgebaut. Durch den Park führt ein asphaltierter, mit Beleuchtung ausgestatteter Weg. Ein öffentlicher Fussweg verbindet den Alten Schulweg mit dem Feldweg.

Der weitere Zeitplan sieht vor, nach Beendigung der Abbrucharbeiten im Februar 2019 mit dem Bau der neuen Parkanlage und den Umgebungsarbeiten zu starten. In gut einem Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Feierliches Sommerfest

Mit einem Sommerfest und einem Tag der offenen Türe wurde der Neubau des Alters- und Pflegeheims Länzerthus am Samstag festlich eingeweiht.

Insgesamt fünf Jahre dauerten Planung, Projektierung und die Realisierung des Neubaus für das Alters- und Pflegeheim. Am Samstag erhielten nun auch die Bevölkerungen der vier Trägergemeinden des Altersheims Gelegenheit, Einblick in den Neubau zu nehmen. Mit einem stimmungsvollen Sommerfest und einem Tag der offenen Türe wurde das viergeschossige Haus Länzert sowie das daran anschliessende, in den vergangenen Monaten renovierte Haus Stockert feierlich eingeweiht.

Evolution im Altenheimbau

Eine übersichtliche Ausstellung im Eingangsbereich des Neubaus informierte zudem über die 40-jährige Geschichte der Pflegeeinrichtung. Hier wurde rekapituliert, wie der Gemeindebeamte Traugott Berner im Jahr 1964 die Idee zum Bau eines Altersheims aufs politische Parkett brachte und zuerst auf zurückhaltende Reaktionen stiess. Der geschichtliche Überblick bildete eine Konstante des Sommerfestes.

Nicole Sehringer Bucher, die Verwaltungsratspräsidentin des «Länzerthus», machte in ihrer Ansprache auf die Evolution des Altenheimbaus aufmerksam, die in den 60er-Jahren mit den «Alten-Verwahranstalten» ihren Anfang genommen habe. «Jetzt ist mit dem Hausgemeinschaftswohnen eine neue richtungsweisende, vierte Generation im Altenheimbau entstanden», führte Sehringer Bucher aus. «Bei diesem Konzept geht es in erster Linie darum, das Wohnen in den Vordergrund zu rücken, also das häusliche Milieu weitestgehend nachzuahmen».

Spielgruppe im Altersheim

Die Spielgruppe Drachenburg des Familienvereins Rupperswil findet im «Länzerthus» ebenfalls eine neue Heimat. «Der Gedanke ist, dass die Kinder und die Pflegeheimbewohner durch den gegenseitigen Austausch voneinander profitieren können», sagt Regula Kunz, Vorstandsmitglied des Familienvereins.