Lenzburg
33. Musikalische Begegnungen Lenzburg feierlich eröffnet

Zum Auftakt der diesjährigen Musikalischen Begegnungen Lenzburg eroberten der zwanzigköpfige Chor Ars Canora und das Cello-Duo Calva die Herzen des Publikums. Im Schlosshof der Lenzburg sind die 33. Musikalischen Begegnungen eröffnet woren.

Jürg Nyffenegger
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Der Rittersaal wurde mit Klängen erfüllt.

Der Rittersaal wurde mit Klängen erfüllt.

Jürg Nyffenegger

Wenn ein Musiker, ein Schriftsteller oder ein Maler auf den Kuss der Muse wartet um Inspirationen zu finden, dann könne er ebenso gut auf Godot warten, sagte Bettina Spoerri, Leiterin des Literaturhauses Lenzburg, in ihrer Ansprache zur Eröffnung der 33. Musikalischen Begegnungen Lenzburg (MBL).

Im Schlosshof hatten sich am Freitagabend zahlreiche Besucher versammelt, um dem Eröffnungskonzert beizuwohnen. Künstlerische Leistungen, so Spoerri, seien das Ergebnis harter Arbeit und eiserner Disziplin. Gerne unterbrachen die Konzertbesucher den Apéro, um den spannend und humorvoll formulierten Worten der Literaturkennerin zuzuhören.

Die Zuhörenden durften das anschliessend im Rittersaal hautnah erleben, als der zwanzigköpfige Chor Ars Canora unter der inspirierenden Leitung von Stephan Fuchs und das Cello-Duo Calva mit Daniel Scherer und Alain Schudel die Herzen des Publikums eroberten. Da sah man lauter fröhliche Gesichter, darunter ein gut gelaunter Stadtammann Daniel Mosimann und der ehemalige Aargauer Kulturchef Hans Ulrich Glarner, der mit seinen klug ausgewählten Texten das diesjährige MBL-Thema «Musen» ausleuchtete.

Mit Liedern von Johannes Brahms begann die musikalische Reise rund um Terpsichore, der Muse für Tanz und Chorgesang. Die beiden Cellisten ersetzten die Klavierbegleitung im Lied um den hübschen kleinen Vogel aus den Liebeslieder-Walzern fabulös, vier a cappella vorgetragene Lieder und Christian Morgensterns «Galgenlieder», vor neun Jahren von Harald Banter vertont, trug der Chor tonschön und rein vor. Das Publikum schmunzelte und lachte.

Hans Ulrich Glarner ging der Frage nach, wo Mozart, Günter Grass, Woody Allen, Frédéric Chopin oder Pina Bausch ihre Inspirationen gefunden hätten. Bei Grass etwa war es eine «mechanische Muse», seine Olivetti-Schreibmaschine. Das Duo Calva streute virtuos vorgetragene Stücke erwähnter Komponisten ein – und zum Schluss legte es seine Instrumente zur Seite und tanzte zu einer choralen Version von Offenbachs «Can-Can» so umwerfend, dass zuschauen ein Genuss war - wie der ganze Abend!

Bis 4. September folgen noch acht Konzerte – jeder der neun Musen ist ein Abend gewidmet.